Eine Einführung in NA

An Introductory Guide to NA

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Eine Einführung in Narcotics Anonymous

überarbeitete Ausgabe

Die Zwölf Schritte von Narcotics Anonymous

  1. Wir gaben zu, dass wir unserer Sucht gegenüber machtlos waren und unser Leben nicht mehr meistern konnten.
  2. Wir kamen zu dem Glauben, dass eine Macht, größer als wir selbst, unsere geistige Gesundheit wiederherstellen kann.
  3. Wir trafen eine Entscheidung, unseren Willen und unser Leben der Fürsorge Gottes, so wie wir Ihn verstanden, anzuvertrauen.
  4. Wir machten eine erforschende und furchtlose moralische Inventur von uns selbst.
  5. Wir gestanden Gott, uns selbst und einem anderen Menschen gegenüber die genaue Art unserer Fehler ein.
  6. Wir waren vorbehaltlos bereit, alle diese Charakterfehler von Gott beseitigen zu lassen.
  7. Demütig baten wir Ihn, uns von diesen Mängeln zu befreien.
  8. Wir machten eine Liste aller Personen, denen wir Schaden zugefügt hatten, und wurden bereit, ihn bei allen wieder gutzumachen.
  9. Wir machten bei diesen Menschen alles wieder gut, wo immer es möglich war, es sei denn, wir hätten dadurch sie oder andere verletzt.
  10. Wir setzten die persönliche Inventur fort, und wenn wir Fehler machten, gaben wir sie sofort zu.
  11. Wir suchten durch Gebet und Meditation die bewusste Verbindung zu Gott, wie wir Ihn verstanden, zu vertiefen. Wir baten Ihn nur, uns seinen Willen erkennbar werden zu lassen und uns die Kraft zu geben, ihn auszuführen.
  12. Nachdem wir als Ergebnis dieser Schritte ein spirituelles Erwachen erlebt hatten, versuchten wir, diese Botschaft an andere Süchtige weiterzugeben und unser tägliches Leben nach diesen Prinzipien auszurichten.

NARCOTICS ANONYMOUS

WORLD SERVICES, INC

CHATSWORTH, CALIFORNIA

Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen mit Änderung nachgedruckt mit freundlicher Genehmigung von AA World Services, Inc.

 

Copyright © 1994 by

Narcotics Anonymous World Services, Inc.

Alle Rechte vorbehalten.

 

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NA Fellowship Approved

Übersetzung von gemeinschaftsgenehmigter NA-Literatur.

Narcotics Anonymous, NA Fellowship Approved und The NA Way sind eingetragene Warenzeichen der

Narcotics Anonymous World Services, Incorporated.

ISBN 978-1-55776-344-0       German       3/06

WSO Catalog Item No. GE-1200

Die Kapitel dieses Buches sind Auszüge aus anderen Veröffentlichungen von Narcotics Anonymous World Services, Inc. Sie sind hier vollständig wiedergegeben. Die Titel und die entsprechenden Copyright-Daten sind wie folgt: Das Faltblatt Bin ich süchtig? (1994); Willkommen bei Narcotics Anonymous (1994); Für die Neuhinzukommenden (1994); Eine andere Sichtweise (1994, 1999); »Wie es funktioniert«, Kapitel Vier des Buches Narcotics Anonymous (1993); Selbstannahme (1994, 1999); Sponsorschaft , überarbeitete Ausgabe (1994, 2005); Eine persönliche Erfahrung mit Annahme, Glauben und Verpflichtung (ehem. Die Erfahrung eines Süchtigen mit Annahme, Glauben und Verpflichtung (1994, 1999); Nur für heute (1994); Draußen clean bleiben (1994); Genesung und Rückfall, separat als Faltblatt veröffentlicht (1994); dieser Text ist auch vollständig enthalten sowohl in dem kleinen weißen Büchlein (1994) und in dem Buch Narcotics Anonymous (1993).

Bin ich süchtig?

Nur Du kannst diese Frage beantworten.

Dies ist möglicherweise keine leichte Sache. Während unserer Zeit des Drogennehmens haben wir uns gesagt: »Ich hab das schon im Griff.« Auch wenn das am Anfang zutraf, ist es jetzt nicht der Fall. Die Drogen hatten uns im Griff. Wir brauchten sie zum Leben und wir lebten, um sie zu gebrauchen. Einfach ausgedrückt, süchtig ist eine Person, deren Leben von Drogen beherrscht wird.

Vielleicht kannst Du zugeben, daß Du ein Problem mit Drogen hast, aber Du hältst Dich nicht für süchtig. Wir haben alle vorgefaßte Ansichten darüber, was Süchtige sind. Es ist nichts Beschämendes dabei, süchtig zu sein, sobald Du mit positiven Taten beginnst. Wenn Du Dich mit unseren Problemen identifizieren kannst, dann kannst Du Dich vielleicht auch mit unserem Lösungsweg identifizieren. Die folgenden Fragen wurden von genesen-den Süchtigen in Narcotics Anonymous aufgeschrieben. Wenn Du Zweifel hast, ob Du süchtig bist oder nicht, nimm Dir einen Augenblick Zeit, um die nachfolgenden Fragen zu lesen und sie, so ehrlich Du kannst, zu beantworten.

1. Nimmst Du jemals alleine Drogen?

       

2. Hast Du jemals eine Droge durch eine andere ersetzt und dabei gedacht, daß eine bestimmte Droge das Problem sei?

       

3. Hast Du jemals einen Arzt manipuliert oder belogen, um verschreibungspflichtige Medikamente zu bekommen?

       

4. Hast Du jemals Drogen gestohlen oder gestohlen, um an Drogen zu kommen?

       

5. Nimmst Du regelmäßig eine Droge, wenn Du aufwachst oder wenn Du schlafen gehst?

       

6. Hast Du jemals eine Droge genommen, um die Wirkungen einer anderen Droge aufzuheben?

       

7. Vermeidest Du Leute oder Orte, die nicht befürworten, daß Du Drogen nimmst?

       

8. Hast Du jemals eine Droge genommen, von der Du nicht wußtest, was es war und wie die Wirkung auf Dich sein würde?

       

9. Hat Deine Arbeit oder Deine Schulleistung jemals unter den Auswirkungen Deines Drogengebrauchs gelitten?

      

10. Bist Du jemals verhaftet worden, weil Du Drogen genommen hast?

      

11. Have you ever lied about what or how much you use?

      

12. Gibst Du Deinem Drogenkauf Vorrang vor Deinen finanziellen Verpflichtungen?

      

13. Hast Du jemals versucht aufzuhören oder Deinen Drogengebrauch zu kontrollieren?

     

14. Bist Du jemals wegen Deines Drogengebrauchs im Gefängnis, Krankenhaus oder in einem Drogenrehabilitationszentrum gewesen?

      

15. Beeinträchtigt Dein Drogengebrauch Deine Schlaf- und Eßgewohnheiten?

     

16. Versetzt Dich der Gedanke daran, daß Dir die Drogen ausgehen könnten, in Angst und Schrecken?

      

17. Hast Du das Gefühl, daß es unmöglich für Dich ist, ohne Drogen zu leben?

      

18. Zweifelst Du jemals an Deinem Geisteszustand?

      

19. Macht Dein Drogennehmen Dein Leben zu Hause unglücklich?

      

20. Hast Du jemals gedacht, ohne Drogen könntest Du nicht dazugehören oder Spaß haben?

      

21. Hast Du Dich jemals wegen deines Drogengebrauchs gerechtfertigt, schuldig gefühlt oder geschämt?

      

22. Denkst Du oft an Drogen?

      

23. Hast Du schon mal irrationale oder unerklärliche Ängste gehabt?

      

24. Hat das Drogennehmen Deine sexuellen Beziehungen beeinflußt?

     

25. Hast Du jemals Drogen genommen, für die Du keine Vorliebe hattest?

      

26. Hast Du jemals wegen emotionalem Schmerz oder Stress Drogen genommen?

      

27. Hast Du jemals eine Überdosis Drogen genommen?

      

28. Machst Du mit dem Drogennehmen weiter, trotz negativer Konsequenzen?

      

29. Glaubst Du, daß Du möglicherweise ein Drogenproblem hast?

      

 »Bin ich süchtig?« – dies ist eine Frage, die nur Du beantworten kannst. Wir fan-den heraus, daß wir alle eine unterschiedliche Anzahl dieser Fragen mit »Ja« beantwortet haben. Die tatsächliche Anzahl der Ja-Antworten war nicht so wichtig wie unser inneres Gefühl und wie die Sucht sich auf unser Leben ausgewirkt hatte.

Manche dieser Fragen erwähnen Drogen nicht einmal. Der Grund ist, daß Sucht eine heimtückische Krankheit ist, die alle Bereiche unseres Lebens erfaßt – sogar diejenigen Bereiche, die auf den ersten Blick wenig mit Drogen zu tun haben. Die verschiedenen Drogen, die wir nahmen, waren nicht so wichtig, eher, warum wir sie nahmen, und was sie uns antaten.

Als wir diese Fragen zuerst lasen, war es furchterregend für uns zu erwägen, daß wir Süchtige sein könnten. Manche von uns versuchten, diese Gedanken zu verdrängen, indem sie sagten:

»Ach, diese Fragen ergeben keinen Sinn.«

oder

»Ich bin anders. Ich weiß, daß ich Dro-gen nehme, aber ich bin nicht süchtig. Ich habe echte Probleme im Gefühlsleben/mit der Familie/auf der Arbeit.«

oder

»Ich habe nur gerade eine schwere Zeit, alles in den Griff zu bekommen.«

oder

»Ich werde schon aufhören können, wenn ich erst den richtigen Menschen fin-de/den richtigen Job bekomme, usw.!«

»Wir waren auf der Suche nach einer Antwort und fanden Narcotics Anonymous. Wir kamen geschlagen zu unserem ersten NA Meeting und wußten nicht, was uns erwarten würde. Nachdem wir in einem oder mehreren Meetings gesessen hatten, fingen wir an zu spüren, daß die Leute Anteil nahmen und bereit waren zuhelfen. Obwohl unser Kopf sagte, daß wir es niemals schaffen würden, gaben uns die Leute in der Gemeinschaft Hoffnung, indem sie darauf beharrten, daß wir genesen konnten. Wir erkannten, was auch immer wir in der Vergangenheit gedacht und getan hatten, es gibt andere, die genauso gefühlt und gehandelt hatten. Umgeben von anderen Süchtigen stellten wir fest, daß wir nicht mehr allein waren. Genesung ist das, was in unseren Meetings geschieht. Unser Leben steht auf dem Spiel. Wir fanden heraus, daß das Programm funktioniert, wenn wir Genesung an die erste Stelle setzen. Wir wurden mit drei beunruhigenden Erkenntnissen konfrontiert:

    1. Wir sind unserer Sucht gegenüber machtlos und können unser Leben nicht meistern;
    2. Obwohl wir für unsere Krankheit nicht verantwortlich sind, sind wir verantwortlich für unsere Genesung;
    3. Wir können Menschen, Orten oder Dingen nicht länger die Schuld für unsere Sucht geben. Wir müssen uns unseren Problemen und Gefühlen stellen.

Das entscheidende Hilfsmittel für die Genesung sind die genesenden Süchtigen.«1

1 aus »Warum sind wir hier?« Buch Eins, Narcotics Anonymous, 1993, Van Nuys, CA: Narcotics Anonymous World Services, Inc.

Willkommen bei Narcotics Anonymous

Dieses Pamphlet wurde geschrieben, um einige Deiner Fragen über das Programm von Narcotics Anonymous zu beantworten. Unsere Botschaft ist sehr einfach: Wir haben einen Weg gefunden, zu leben, ohne Drogen zu nehmen. Wir teilen ihn gerne mit allen, für die Drogen ein Problem sind.

Willkommen in Deinem ersten NA-Meeting. NA bietet Süchtigen einen Weg an, ohne Drogen zu leben. Wenn Du nicht sicher bist, ob Du süchtig bist, mach’ Dir keine Gedanken darüber; komm einfach weiter in unsere Meetings. Du wirst genug Zeit haben, um selbst zu einer Entscheidung zu kommen.

Wenn Du so bist wie viele von uns, als wir an unserem ersten Meeting teilnahmen, kann es sein, daß Du ziemlich nervös bist und denkst, daß Dich alle anstarren. Falls es so ist, geht es Dir nicht alleine so. Viele von uns haben sich genauso gefühlt. Es gibt einen Satz, der sagt, »Wenn Du ein komisches Gefühl im Bauch hast, bist Du wahrscheinlich am richtigen Ort«. Wir sagen oft, daß niemand aus Versehen in die Narcotics Anonymous Meetings kommt. Nichtsüchtige Leute verschwenden keine Zeit damit, sich zu fragen, ob sie Süchtige sind. Sie denken nicht einmal daran. Wenn Du Dich fragst, ob Du süchtig bist oder nicht, kann es sein, daß Du’s bist. Nimm Dir einfach die Zeit uns zuzuhören, wenn wir miteinander teilen, wie es für uns gewesen ist. Vielleicht wirst Du etwas hören, was Dir bekannt vorkommt. Es ist egal, ob Du die gleichen Drogen, die andere erwähnen, genommen hast oder nicht. Es ist nicht wichtig, welche Drogen Du genommen hast; Du bist hier willkommen, wenn Du aufhören willst zu nehmen. Die meisten Süchtigen empfinden ähnliche Gefühle, und wir helfen uns gegenseitig, indem wir uns auf die Gemeinsamkeiten anstatt auf die Unterschiede konzentrieren.

Es kann sein, daß Du Dich hoffnungslos fühlst und Angst hast. Es kann sein, daß Du denkst, daß dieses Programm nicht funktioniert, wie so vieles, was Du schon versucht hast. Oder es kann sein, daß Du denkst, daß es für andere, und nicht für Dich funktioniert, weil Du das Gefühl hast, daß Du anders bist als wir. Die meisten haben sich so gefühlt, als sie zu NA kamen. Irgendwie wußten wir, daß wir nicht weiter Drogen nehmen konnten, aber wir wußten nicht wie wir aufhören oder clean bleiben sollten. Wir hatten alle Angst, von etwas loszulassen, was so wichtig für uns geworden war. Es ist eine Erleichterung, zu entdecken, daß die einzige Voraussetzung für die Mitgliedschaft bei NA der Wunsch ist, mit Drogen aufzuhören.

Zuerst waren die meisten von uns mißtrauisch und hatten Angst, einen neuen Weg auszuprobieren. Das Einzige dessen wir sicher waren, war, daß der alte Weg überhaupt nicht mehr funktionierte. Sogar nachdem wir clean geworden waren, hat sich nicht alles sofort geändert. Häufig erschienen uns sogar gewöhnliche Aktivitäten, wie Autofahren oder Telefonieren, beängstigend und fremd, als ob aus uns eine Person geworden wäre, die wir nicht wiedererkannten. Hier ist es, wo die Gemeinschaft und die Unterstützung an-derer cleaner Süchtiger wirklich hilft, und wir fangen an, uns auf andere zu stützen, um das Gefühl der Sicherheit, das wir so dringend brauchen, zu bekommen.

Du denkst vielleicht schon: »Ja, aber…« oder »Was wenn…?« Auch wenn Du Zweifel hast, kannst Du die einfachen Vorschläge für Anfänger und Anfängerinnen anwenden: Geh’ in so viele Meetings wie möglich und sammle eine Liste von NA-Telefonnummern, die Du regelmäßig be-nutzt, vor allem, wenn das Verlangen nach Drogen groß ist. Die Versuchungen sind nicht auf die Tage und Stunden beschränkt, in denen Meetings stattfinden. Wir sind heute clean, weil wir Hilfe gesucht haben. Was uns geholfen hat, kann auch Dir helfen. Also hab’ keine Angst davor, andere genesende Süchtige anzurufen.

Der einzige Weg, der aktiven Sucht nicht erneut zu verfallen, ist die erste Droge nicht zu nehmen. Für Süchtige ist es das Natürlichste auf der Welt, Drogen zu nehmen. Um von allen stimmungsund bewußtseinsverändernden Drogen abstinent zu bleiben, mußten die meisten von uns drastische körperliche, geistige, gefühlsmäßige und seelische Veränderungen durchleben. Die Zwölf Schritte von NA bieten uns einen Weg an, uns zu ändern. Es heißt: »Du kannst wahrscheinlich clean werden, indem Du einfach in die Meetings kommst. Wenn Du jedoch clean bleiben und Genesung erfahren willst, wirst Du die Zwölf Schritte arbeiten müssen.« Dies ist mehr, als wir alleine schaffen können. In der NA-Gemeinschaft unterstützen wir uns einander bei unseren Bemühungen, eine neue Lebensweise zu lernen und zu üben, die uns gesund und drogenfrei erhält.

In Deinem ersten Meeting wirst Du Leute treffen, die unterschiedlich lange clean sind. Du wirst Dich vielleicht fragen, wie sie eine so lange Zeit clean bleiben konnten. Wenn Du weiter in die NA-Meetings kommst und clean bleibst, wirst Du eines Tages verstehen wie es funktioniert. Es gibt gegenseitigen Respekt und Anteilname zwischen uns cleanen Süchtigen, weil wir alle das Elend der Sucht überwinden mußten. Wir lieben und unterstützen einander in unserer Genesung. Das NA-Programm besteht aus spirituellen Prinzipien, die, wie wir festgestellt haben, uns dabei helfen, clean zu bleiben. Nichts wird von Dir verlangt werden, aber Du wirst viele Vorschläge erhalten. Diese Gemeinschaft gibt uns die Gelegenheit, an Dich weiterzugeben, was war gefunden haben: Einen Weg clean zu leben. Wir wissen, wir müssen »weitergeben was wir haben, um es zu bewahren.«

So sei willkommen! Wir sind froh, daß Du es hierher geschafft hast und hoffen, daß Du Dich dafür entscheidest, zu bleiben. Es ist wichtig für Dich zu wissen, daß Gott in den NA-Meetings erwähnt wird. Worauf wir uns beziehen, ist eine Macht, größer als wir selbst, die das scheinbar Unmögliche möglich macht. Wir fanden diese Macht hier, in NA, im Programm, in den Meetings und in den Leuten. Dies ist das spirituelle Prinzip, welches sich für uns bewährte, immer einen Tag auf einmal drogenfrei zu leben; und wenn ein Tag zu lang ist, dann fünf Minuten auf einmal. Wir können gemeinsam schaffen, was uns alleine nicht gelang. Wir ermutigen Dich, unsere Kraft und unsere Hoffnung zu benutzen, bis Du selbst etwas Kraft und Hoffnung gefunden hast. Es wird eine Zeit kommen, in der Du vielleicht mit anderen teilen willst, was Dir so großzügig gegeben wurde.

Komm wieder, es funktioniert!

Für die Neuhinzukommenden

NA ist eine gemeinnützige Gemeinschaft von Männern und Frauen, für die Drogen zum Hauptproblem geworden sind. Wir sind Süchtige auf dem Weg der Genesung, die regelmäßig zusammenkommen und sich gegenseitig helfen, clean zu bleiben. Dies ist ein Programm völliger Abstinenz von allen Drogen. Es gibt nur eine einzige Voraussetzung für die Zugehörigkeit: das Verlangen mit Drogen aufzuhören.

Es gibt kein Muß bei NA, aber wir schlagen vor, daß Du wiederkommst und versuchst, nichts zu nehmen. Du brauchst nicht auf eine Überdosis zu warten oder in den Knast zu gehen, um Hilfe von NA zu bekommen. Auch ist Sucht kein hoffnungsloser Zustand, von dem es keine Genesung gibt. Es ist mit Hilfe des Zwölf-Schritte-Programms von Narcotics Anonymous und der Gemeinschaft der genesenden Süchtigen möglich, das Verlangen Drogen zu nehmen loszuwerden.

Sucht ist eine Krankheit die jede und jeden treffen kann. Einige von uns nahmen Drogen, weil sie daran Spaß hatten, während andere sie gebrauchten, um ihre Gefühle zu unterdrücken. Wieder andere litten an körperlichen oder psychischen Krankheiten und wurden süchtig nach den Medikamenten, die sie gegen die Krankheit verordnet bekamen. Einige von uns schlossen sich einer Clique an und nahmen ein paarmal Drogen, um dazu zu gehören, kamen dann aber nicht mehr davon los.

Viele von uns versuchten, die Sucht zu bezwingen, und hatten auch streckenweise Erfolg, aber gewöhnlich folgte eine tiefere Verstrickung als vorher.

Wie auch immer die Umstände sind, sie sind wirklich unwesentlich. Sucht ist eine fortschreitende Krankheit, wie Diabetes. Wir reagieren allergisch auf Drogen. Das Ende ist immer dasselbe: Gefängnisse, Anstalten oder Tod. Wenn das Leben nicht mehr zu meistern ist, und Du frei von dem Zwang, Drogen nehmen zu müssen, leben willst: wir haben einen Weg gefunden. Hier sind die Zwölf Schritte von Narcotics Anonymous, die wir täglich benutzen um mit unserer Krankheit klarzukommen:

  1. Wir gaben zu, daß wir unserer Sucht gegenüber machtlos waren und unser Leben nicht mehr meistern konnten.
  2. Wir kamen zu dem Glauben, daß eine Macht, größer als wir selbst, unsere geistige Gesundheit wiederherstellen kann.
  3. Wir trafen eine Entscheidung, unseren Willen und unser Leben der Fürsorge Gottes, so wie wir Ihn verstanden, anzuvertrauen.
  4. Wir machten eine erforschende und furchtlose moralische Inventur von uns selbst.
  5. Wir gestanden Gott, uns selbst und einem anderen Menschen gegenüber die genaue Art unserer Fehler ein.
  6. Wir waren vorbehaltlos bereit, alle diese Charakterfehler von Gott beseitigen zu lassen.
  7. Demütig baten wir Ihn, uns von diesen Mängeln zu befreien.
  8. Wir machten eine Liste aller Personen, denen wir Schaden zugefügt hatten, und wurden bereit, ihn bei allen wiedergutzumachen.
  9. Wir machten bei diesen Menschen alles wieder gut, wo immer es möglich war, es sei denn, wir hätten dadurch sie oder andere verletzt.
  10. Wir setzten die persönliche Inventur fort, und wenn wir Fehler machten, gaben wir sie sofort zu.
  11. Wir suchten durch Gebet und Meditation die bewußte Verbindung zu Gott, wie wir Ihn verstanden, zu vertiefen. Wir baten Ihn nur, uns seinen Willen erkennbar werden zu lassen und uns die Kraft zu geben, ihn auszuführen.
  12. Nachdem wir als Ergebnis dieser Schritte ein spirituelles Erwachen erlebt hatten, versuchten wir, diese Botschaft an andere Süchtige weiterzugeben und unser tägliches Leben nach diesen Prinzipien auszurichten.

Die Genesung hört nicht mit dem Cleanwerden auf. Wenn wir keine Drogen nehmen (und ja, das heißt auch kein Alkohol und kein Marijuana), müssen wir uns Gefühlen stellen, mit denen wir bisher nicht umgehen konnten. Wir haben sogar Gefühle, die zu erleben wir in der Vergangenheit nicht fähig waren. Wir müssen bereit werden, uns alten und neuen Gefühlen zu stellen, wie sie kommen.

Wir lernen, Gefühle zu erleben, und stellen fest, daß sie uns nichts anhaben können, solange wir nicht auf sie reagieren. Wenn es ein Gefühl ist, mit dem wir nicht fertig werden, rufen wir lieber ein NA-Mitglied an, statt auf das Gefühl zu reagieren. Indem wir uns mitteilen, lernen wir, damit umzugehen. Es kann gut sein, daß sie eine ähnliche Erfahrung gemacht haben, und können erzählen, was ihnen geholfen hat. Bedenke, eine Süchtige oder ein Süchtiger allein ist in schlechter Gesellschaft.

Die Zwölf Schritte, neue Freunde und Freundinnen, Sponsorinnen und Sponsoren helfen uns, mit diesen Gefühlen klarzukommen. Unsere Freuden werden bei NA durch das Mitteilen der guten Tage vervielfacht, und unsere Leiden werden durch das Mitteilen der schlechten Tage gemildert. Zum ersten Mal in unserem Leben müssen wir etwas nicht allein erleben. Jetzt, da wir die NA-Gruppe haben, sind wir fähig, eine Beziehung zu einer höheren Macht zu entwickeln, die immer bei uns sein kann.

Wir schlagen Dir vor, Dich nach einem Sponsor oder einer Sponsorin umzuschauen, sobald Du Dich mit den Mitgliedern in Deiner Nähe bekannt gemacht hast. Es ist eine Ehre, um die Sponsorschaft für ein neues Mitglied gefragt zu werden, also zögere nicht jemand zu fragen. Sponsorschaft ist eine lohnende Erfahrung für beide, wir sind alle hier, um zu helfen und Hilfe zu bekommen. Wir, die wir genesen, müssen mit Dir teilen, was wir gelernt haben, um weiter in NA wachsen zu können und die Fähigkeit zu bewahren, ohne Drogen auszukommen.

Dieses Programm bietet Hoffnung. Alles, was Du mitbringen mußt, ist der Wunsch, mit Drogen aufzuhören und die Bereitschaft, diese neue Art zu leben auszuprobieren.

Komm zu den Meetings, hör unvoreingenommen zu, stell Fragen und laß Dir Telefonnummern geben und benutze sie. Bleib clean, nur für heute.

Wir möchten Dich auch noch daran erinnern, daß dieses ein anonymes Programm ist und daß Deine Anonymität strengstens bewahrt wird. »Uns interessiert weder, welche oder wieviel Drogen Du genommen hast, wie Du Dir Deine Suchtmittel beschafft hast, was Du in der Vergangenheit getan hast, noch wie viel oder wie wenig Du besitzt. Uns interessiert einzig und allein, wie Du Dein Problem angehen willst und wie wir Dir dabei helfen können.«

Eine andere Sichtweise

Es gibt wahrscheinlich so viele Definitionen von Sucht, wie es Denkweisen gibt. Sie beruhen sowohl auf Forschung als auch auf persönlicher Erfahrung. In den Definitionen, die wir hören, gibt es viele Bereiche mit ehrlichen Meinungsverschiedenheiten, und das überrascht nicht. Einige scheinen auf die Beobachtungen und die bekannten Tatsachen über gewisse Gruppen besser zuzutreffen als auf andere. Wenn wir das als eine Tatsache akzeptieren können, dann sollte vielleicht eine andere Sichtweise untersucht werden in der Hoffnung, daß wir einen Ansatz entdecken, der für alle Süchte grundlegender und zutreffender ist, um unter allen von uns eine Verständigung herzustellen. Wenn wir ein größeres Einvernehmen darüber erlangen können, was Sucht nicht ist, dann wird vielleicht das, was Sucht ist, mit größerer Klarheit hervortreten.

Vielleicht können wir uns auf einige wesentliche Punkte einigen.

1. Sucht ist nicht Freiheit. Das ganze Wesen unserer Krankheit und ihre beobachteten Symptome laufen auf diese Tatsache hinaus. Wir Süchtige schätzen persönliche Freiheit hoch, vielleicht deshalb, weil wir sie so sehr wollen und so selten erfahren, während unsere Krankheit fortschreitet. Selbst in Zeiten von Abstinenz ist unsere Freiheit beschnitten. Wir sind uns niemals so recht sicher, ob irgendeine Handlung auf dem bewußten Wunsch nach fortschreitender Genesung beruht oder auf einem unbewußten Verlangen, wieder Drogen zu nehmen. Wir trachten danach, Leute und Umstände zu manipulieren und alle unsere Handlungen zu kontrollieren, und zerstören so die Spontaneität, die ein wesentliches Merkmal von Freiheit ist. Wir erkennen nicht, daß das Bedürfnis zu kontrollieren der Angst entspringt, die Kontrolle zu verlieren. Diese Angst, die zum Teil auf früherem Versagen und Enttäuschungen beruht, die wir bei der Lösung der Schwierigkeiten des Lebens erfuhren, hindert uns daran, sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen, die, würden wir ihnen entsprechend handeln, uns genau die Angst nehmen würden, die uns blockiert.

2. Sucht ist nicht persönliches Wachstum. Die monotonen, nachahmenden, ritualmäßigen, zwanghaften und besessenen Routinen der aktiven Sucht machen uns unfähig zu aufgeschlossenem oder sinnvollem Denken und Handeln. Persönliches Wachstum ists kreatives Bemühen und sinnvolles Verhalten; es setzt Wahlfreiheit, Wandlung und die Fähigkeit voraus, sich dem Leben zu seinen Bedingungen zu stellen.

3. Sucht ist nicht guter Wille.  Sucht isoliert uns von Menschen, Orten und Dingen außerhalb unserer eigenen Welt, die daraus besteht, zu beschaffen, zu nehmen und Mittel und Wege zu finden, um diesen Ablauf fortzusetzen. Feindselig, grollend, selbstsüchtig und selbstbezogen verlieren wir jegliches nach außen gerichtetes Interesse, während unsere Krankheit fortschreitet. Wir leben gerade jenen Menschen gegenüber in Furcht und Mißtrauen, auf die wir uns wegen unserer Bedürfnisse verlassen müssen. Das betrifft jeden Bereich unseres Lebens, und alles, was uns nicht völlig vertraut ist, wird fremd und gefährlich. Unsere Welt schrumpft zusammen, und das Ende ist Isolation. Das könnte sehr gut das wahre Wesen unserer Verwirrung sein.

Alles, was oben angeführt wurde, könnte zusammengefaßt werden in…

4. Sucht ist keine Lebensweise. Die kranke, selbstsüchtige, selbstzentrierte und abgekapselte Welt eines oder einer Süchtigen kann kaum als Lebensweise bezeichnet werden; bestenfalls ist sie vielleicht eine Art, eine Weile zu überleben. Sogar in dieser eingeschränkten Existenz ist sie ein Weg der Verzweiflung, der Zerstörung und des Todes.

Jeder Lebensstil, der nach spiritueller Erfüllung strebt, scheint genau das zu fordern, was in der Sucht fehlt: Freiheit, guter Wille, kreatives Handeln und persönliches Wachstum.

Freiheit macht das Leben zu einem sinnvollen Ablauf mit Veränderung und Fortschritt. Es ist nach vorne gerichtet, mit einer vernünftigen Erwartung auf eine bessere und vielfältigere Verwirklichung unserer Wünsche und einer größeren Erfüllung unseres persönlichen Lebens. Das sind natürlich einige Formen, in denen sich der spirituelle Fortschritt als Ergebnis des täglichen Anwendens der Zwölf Schritte von NA zeigt.

Guter Wille ist eine Handlungsweise, die neben uns selbst auch andere berücksichtigt – eine Verhaltensweise, die andere als ebenso wichtig in ihrem eigenem Leben betrachtet, wie wir selbst es in unserem Leben sind. Es ist schwer zu sagen, ob guter Wille der Schlüssel zu Mitgefühl ist oder umgekehrt. Wenn wir Mitgefühl als die Fähigkeit betrachten, uns selbst verständnisvoll in anderen zu erkennen, ohne unsere eigene Identität zu verlieren, dann erkennen wir eine Verwandtschaft in beidem. Wenn wir uns selbst angenommen haben, wie können wir dann einen anderen Menschen ablehnen? Zuneigung kommt aus dem Erkennen von Gemeinsamkeiten. Intoleranz entsteht aus Unterschieden, die wir nicht annehmen wollen.

Im persönlichen Wachstum benutzen wir sowohl Freiheit als auch guten Willen in Zusammenarbeit mit anderen. Wir erkennen, daß wir nicht alleine leben können, daß persönliches Wachstum auch zwischenmenschliches Wachstum ist. Um ein besseres Gleichgewicht zu finden, untersuchen wir persönliche, gesellschaftliche und spirituelle, wie auch materielle Werte. Reife verlangt offensichtlich diese Art der Abwägung.

In der aktiven Sucht sind Wahnsinn, Anstalten und Tod die einzigen Endstationen. In der Genesung ist durch die Hilfe einer Höheren Macht und die Schritte von NA alles möglich.

Persönlichkeit wieder aufzubauen oder wieder zusammenzusetzen. Oft bedeutet es einfach, auf jene Ahnungen und Intuitionen zu hören, von denen wir denken, daß sie anderen oder uns selbst nützen könnten, und spontan danach zu handeln. Hier kommen viele grundlegende Prinzipien des Handelns zum Vorschein. Wir sind dann in der Lage, Entscheidungen zu treffen, die auf Prinzipien beruhen, die wirklichen Wert für uns selbst haben.

Der Zweck der Zwölf Schritte von Narcotics Anonymous wird klar, wenn wir entdecken, daß Abhängigkeit von einer Höheren Macht, wie jeder und jede von uns sie selbst versteht, uns Selbstachtung und Selbstvertrauen bringt. Wir wissen, daß wir niemandem überlegen oder unterlegen sind. Unser wahrer Wert liegt darin, wir selbst zu sein. Freiheit mit Verantwortung für uns selbst und unser Handeln erweist sich in unserem Leben als vorrangig. Wir erhalten und vergrößern die Freiheit durch tägliches Üben. Das ist kreatives Handeln, das nie endet. Guter Wille ist natürlich der Anfang allen spirituellen Wachstums. Er führt zu Zuneigung und Liebe in allen unseren Taten. Wenn diese drei Ziele – Freiheit, kreatives Handeln und guter Wille – in die Gemeinschaft als Dienst eingebracht wer-den, ohne persönliche Belohnung dafür zu erwarten, werden sie Veränderungen mit sich bringen, deren Ergebnis wir nicht vorhersagen oder kontrollieren können. Deshalb ist Dienst auch eine Macht, größer als wir selbst, und von großer Bedeutung für alle.

Meine Dankbarkeit spricht,

wenn ich mich sorge

und mit anderen teile

auf NA-Weise

Wie es funktioniert

Wenn Du willst, was wir anzubieten haben und bereit bist, den Versuch zu unternehmen, es zu bekommen, dan bist Du in der Lage, gewisse Schritte zu unternehmen. Hier sind die Schritte, die unsere Genesung ermöglicht haben:

1. Wir gaben zu, daß wir unserer Sucht gegenüber machtlos waren und unser Leben nicht mehr meistern konnten.

2. Wir kamen zu dem Glauben, daß eine Macht, größer als wir selbst, unsere geistige Gesundheit wiederherstellen kann.

3. Wir trafen eine Entscheidung, unseren Willen und unser Leben der Fürsorge Gottes, so wie wir Ihn verstanden, anzuvertrauen.

4. Wir machten eine erforschende und furchtlose moralische Inventur von uns selbst.

5. Wir gestanden Gott, uns selbst und einem anderen Menschen gegenüber die genaue Art unserer Fehler ein.

6. Wir waren vorbehaltlos bereit, alle diese Charakterfehler von Gott beseitigen zu lassen.

7. Demütig baten wir Ihn, uns von diesen Mängeln zu befreien.

8. Wir machten eine Liste aller Personen, denen wir Schaden zugefügt hatten, und wurden bereit, ihn bei allen wieder gutzumachen.

9. Wir machten bei diesen Menschen alles wieder gut, wo immer es möglich war, es sei denn, wir hätten dadurch sie oder
andere verletzt.

10. Wir setzten die persönliche Inventur fort, und wenn wir Fehler machten, gaben wir sie sofort zu.

11. Wir suchten durch Gebet und Meditation die bewusste Verbindung zu Gott, wie wir Ihn verstanden, zu vertiefen. Wir baten Ihn nur, uns seinen Willen erkennbar werden zu lassen und uns die Kraft zu geben, ihn auszuführen.

12. Nachdem wir als Ergebnis dieser Schritte ein spirituelles Erwachen erlebt hatten, versuchten wir, diese Botschaft an andere Süchtige weiterzugeben und unser tägliches Leben nach diesen Prinzipien auszurichten.

Dies alles hört sich wie eine riesige Aufgabe an, und wir können dies sicherlich nicht auf einmal bewältigen. Wir wurden schließlich auch nicht in einem Tag süchtig, deshalb heißt es: Hab Geduld.

Etwas steht unserer Genesung mehr im Wege als alles andere, und das ist eine gleichgültige oder intolerante Einstellung gegenüber spirituellen Prinzipien. Drei davon sind Ehrlichkeit, Aufgeschlossenheit und Bereitschaft. Sie führen uns auf den richtigen Weg.

Wir glauben, daß unsere Art mit der Krankheit Sucht umzugehen, völlig realistisch ist: wenn Süchtige einander helfen, ist der therapeutische Wert unvergleichlich. Wir halten dies für einen praktischen Weg, denn niemand ist besser in der Lage, Süchtige zu verstehen und ihnen zu helfen, als andere Süchtige. Wir glauben, je eher wir uns unseren Problemen in unserer Gesellschaft und im täglichen Leben stellen, desto eher werden wir zu anerkannten, verantwortungsbewussten und produktiven Mitgliedern dieser Gesellschaft.

Der einzige Weg, der aktiven Sucht nicht erneut zu verfallen, ist, die erste Droge nicht zu nehmen. Wenn es dir so geht wie uns, weißt du genau, daß schon ein Versuch zuviel ist und tausend niemals genug. Wir betonen dies sehr, denn wir wissen, egal auf welche Art und Weise wir Drogen nehmen, oder wenn wir auf Ersatzdrogen umsteigen, es kommt zu einem Rückfall in unsere alte Abhängigkeit.

Viele Süchtige wurden rückfällig, weil sie Alkohol nicht für eine Droge hielten. Bevor wir zu NA kamen, dachten viele von uns, Alkohol sei ein anderes Problem, aber solche Missverständnisse können wir uns nicht leisten. Alkohol ist eine Droge. Wir haben die Krankheit Sucht und müssen uns aller Drogen enthalten, um zu genesen.

Dies sind einige der Fragen, die wir uns gestellt haben: Sind wir sicher, daß wir mit Drogen aufhören wollen? Sind wir uns im klaren darüber, daß wir keine wirkliche Kontrolle über Drogen haben? Erkennen wir, daß letztendlich nicht wir die Drogen, sondern die Drogen uns im Griff hatten? Übernahmen Gefängnisse und Anstalten zeitweise die Führung über unser Leben? Akzeptieren wir vorbehaltlos die Tatsache, daß all unsere Versuche, mit Drogen aufzuhören oder sie in den Griff zu bekommen, fehlschlugen? Wissen wir, daß unsere Sucht uns in Leute verwandelte, die wir nicht sein wollten: in unehrliche, falsche, eigenwillige Menschen im Streit mit uns selbst und unseren Mitmenschen? Glauben wir wirklich, daß wir als Drogenkonsumenten und Drogenkonsumentinnen gescheitert sind?

Als wir Drogen nahmen, wurde die Wirklichkeit so schmerzlich, daß wir es vorzogen, sie zu vergessen. Wir versuchten, andere Menschen von unserem Schmerz nichts wissen zu lassen. Wir sonderten uns ab und lebten in Gefängnissen, die wir aus unserer Einsamkeit errichteten. Aus dieser Verzweiflung heraus suchten wir Hilfe bei Narcotics Anonymous. Wenn wir zu NA kommen, sind wir körperlich, geistig und seelisch bankrott. Wir haben so lange gelitten, daß wir jetzt bereit sind, alles zu tun, um clean zu bleiben.

Unsere einzige Hoffnung ist, nach dem Beispiel derjenigen zu leben, die sich in unserer verzweifelten Lage befunden hatten und einen Ausweg gefunden haben. Egal, wer wir sind, woher wir kommen oder was wir getan haben, bei NA werden wir angenommen. Unsere Sucht gibt uns eine gemeinsame Basis für gegenseitiges Verstehen.

Als Ergebnis einiger Meetingsbesuche beginnen wir, uns endlich irgendwo zugehörig zu fühlen. In diesen Meetings werden wir mit den Zwölf Schritten von Narcotics Anonymous bekanntgemacht. Wir lernen, die Schritte der Reihe nach zu arbeiten und sie in unserem täglichen Leben anzuwenden. Die Schritte sind unsere Lösung. Sie sind unsere Überlebensausrüstung, unsere Verteidigung gegen die tödliche Krankheit Sucht. Unsere Schritte sind die Prinzipien, die unsere Genesung ermöglichen.

Schritt Eins

»Wir gaben zu, daß wir unserer Sucht gegenüber machtlos waren und unser Leben nicht mehr meistern konnten.«

Es spielt keine Rolle, was oder wieviel wir nahmen. Clean zu bleiben, muß bei Narcotics Anonymous an erster Stelle stehen. Wir erkennen, daß wir nicht gleichzeitig Drogen nehmen und leben können. Wenn wir unsere Machtlosigkeit und unsere Unfähigkeit, unser Leben zu meistern, zugeben, öffnen wir die Tür zur Genesung. Niemand konnte uns davon überzeugen, daß wir Süchtige waren. Dieses Eingeständnis müssen wir uns selbst gegenüber machen. Wenn einige von uns Zweifel haben, stellen wir uns die folgende Frage: »Bin ich in der Lage, meinen Gebrauch von bewußtseins- oder stimmungsverändernden Drogen, gleich welcher Art, zu kontrollieren?«

Schon in dem Moment, wo Kontrolle vorgeschlagen wird, bzw. angebracht erscheint, werden die meisten Süchtigen sehen, daß dies nicht möglich ist. Wie immer das Ergebnis auch ausfallen mag, so stellen wir doch fest, daß wir unseren Drogengebrauch nicht für längere Zeit kontrollieren können.

Das weist klar darauf hin, daß Süchtige keine Kontrolle über Drogen haben. Machtlosigkeit bedeutet, gegen unseren Willen Drogen zu nehmen. Wenn wir nicht aufhören können, wie können wir uns dann einreden, alles unter Kontrolle zu haben? Die Unfähigkeit, mit dem Drogennehmen aufzuhören, selbst mit größter Willenskraft und dem aufrichtigsten Wunsch, das ist es, was wir meinen, wenn wir sagen: »Wir haben absolut keine Wahl.« Wir haben erst dann eine Wahl, wenn wir mit dem Versuch aufhören, unseren Drogengebrauch zu rechtfertigen.

Wir sind nicht voll überschäumender Liebe, Ehrlichkeit, Aufgeschlossenheit oder Bereitschaft in diese Gemeinschaft gestolpert. Wir hatten einen Punkt erreicht, an dem wir aufgrund von körperlichem, geistigem und seelischem Schmerz nicht mehr weiter Drogen nehmen konnten. Als wir geschlagen waren, wurden wir bereit.

Unsere Unfähigkeit, kontrolliert Drogen zu nehmen, ist ein Symptom der Krankheit Sucht. Wir sind machtlos, nicht nur im Hinblick auf Drogen, sondern auch unserer Sucht gegenüber. Wir müssen uns diese Tatsache eingestehen, um zu genesen. Sucht ist eine körperliche, geistige und spirituelle Krankheit, die sich auf jeden Bereich unseres Lebens auswirkt.

Der körperliche Anteil unserer Krankheit ist das zwanghafte Nehmen von Drogen: die Unfähigkeit, mit dem Drogennehmen aufzuhören, wenn wir erst einmal damit begonnen haben. Der geistige Aspekt unserer Krankheit ist die Besessenheit oder der übermächtige Wunsch, Drogen zu nehmen, selbst wenn wir dadurch unser Leben zerstören. Der spirituelle Teil unserer Krankheit liegt in unserer totalen Selbstbezogenheit. Wir meinten, daß wir aufhören konnten, wann immer wir wollten, ungeachtet aller gegenteiligen Anzeichen. Leugnung, Verdrängung, Rationalisierung, Rechtfertigung, Mißtrauen gegenüber anderen, Schuldgefühle, Verwirrung, Peinlichkeit, Selbstaufgabe, Erniedrigung, Vereinsamung und Kontrollverlust sind alles Ergebnisse unserer Krankheit. Unsere Krankheit ist fortschreitend, unheilbar und tödlich. Die meisten von uns sind erleichtert, wenn sie herausfinden, daß sie eine Krankheit und nicht eine moralische Schwäche haben.

Wir sind nicht verantwortlich für unsere Krankheit, aber wir sind verantwortlich für unsere Genesung. Die meisten von uns versuchten, alleine aufzuhören, wir waren jedoch unfähig, sowohl mit, als auch ohne Drogen zu leben. Schließlich erkannten wir, daß wir über unsere Sucht machtlos waren.

Viele von uns versuchten, mit bloßer Willenskraft mit dem Drogennehmen aufzuhören. Diese Versuche erwiesen sich als vorübergehende Lösungen. Wir erkannten, daß Willenskraft allein für längere Zeit nicht ausreichen würde. Wir probierten zahllose andere »Heilmittel« – Psychiater, Krankenhäuser, Therapieeinrichtungen, Liebesbeziehungen, neue Städte, einen neuen Arbeitsplatz. Alles, was wir unternahmen, schlug fehl. Wir fingen an zu erkennen, daß wir scheinbar vernünftige Erklärungen für den unglaublichsten Unsinn fanden, um so das Chaos zu rechtfertigen, welches Drogen in unserem Leben angerichtet hatten.

Solange wir unsere Vorbehalte, wie immer sie auch aussehen mögen, nicht loslassen, ist die Grundlage unserer Genesung gefährdet. Vorbehalte bringen uns um den Gewinn, den dieses Programm zu bieten hat. Indem wir uns von allen Vorbehalten befreien, kapitulieren wir. Nur dann kann uns bei der Genesung von der Krankheit Sucht geholfen werden.

Jetzt lautet die Frage: »Wenn wir machtlos sind, wie kann uns Narcotics Anonymous helfen?« Wir beginnen, indem wir um Hilfe bitten. Die Grundlage unseres Programms ist das Eingeständnis, daß wir selbst keine Macht über die Sucht besitzen. Wenn wir dies akzeptieren können, dann haben wir den ersten Teil des ersten Schrittes vollendet.

Ein zweites Eingeständnis muß gemacht werden, damit die Grundlage vollständig wird; denn wenn wir hier aufhören, werden wir nur die halbe Wahrheit kennen. Wir sind stark, wenn es darum geht, die Wahrheit zu manipulieren. Wir können auf der einen Seite sagen: »Ja, ich bin machtlos über meine Sucht« und auf der anderen Seite: »Wenn ich mein Leben in den Griff bekomme, kann ich auch mit Drogen umgehen«. Solche Gedanken und Handlungen führen uns zurück zur aktiven Sucht. Wir sind niemals auf den Gedanken gekommen zu fragen: »Wenn wir unsere Sucht nicht kontrollieren können, wie können wir dann Kontrolle über unser Leben haben?« Ohne Drogen fühlten wir uns elend, und wir konnten unser Leben nicht meistern.

Arbeitsunfähigkeit, Selbstaufgabe und Zerstörung sind leicht als Merkmale eines Lebens, das nicht zu meistern ist, zu erkennen. In den meisten Fällen sind unsere Familien durch unsere Handlungen enttäuscht, vor den Kopf gestoßen oder verwirrt, und oft verlassen oder verstoßen sie uns. Wenn wir eine Arbeit finden, von der Gesellschaft akzeptiert werden und wieder zu unseren Familien zurückfinden, so bedeutet dies nicht, daß wir unser Leben meistern können. Gesellschaftliche Anerkennung ist nicht gleichzusetzen mit Genesung.

Wir haben herausgefunden, daß wir keine andere Wahl hatten, entweder wir änderten völlig unsere alte Denkweise, oder wir nahmen wieder Drogen. Wenn wir unser Bestes geben, dann funktioniert es für uns, so wie es für andere funktioniert hat. Als wir unsere alte Art zu leben nicht länger ertragen konnten, begannen wir, uns zu ändern. Von diesem Punkt an konnten wir erkennen, daß jeder Tag, an dem wir clean bleiben, ein erfolgreicher Tag ist, unabhängig davon, was passiert. Kapitulieren bedeutet, nicht länger kämpfen zu müssen. Wir akzeptieren unsere Sucht und das Leben, wie es ist. Wir wurden bereit, all das zu tun, was notwendig ist, um clean zu bleiben, selbst wenn es sich um Dinge handelt, die wir ungern tun.

Solange wir den Ersten Schritt nicht gemacht hatten, waren wir voller Angst und Zweifel. An diesem Punkt fühlten sich viele von uns verloren und verwirrt. Wir fühlten uns anders. Indem wir diesen Schritt arbeiten, bestätigen wir, daß wir uns den NA-Prinzipien anvertrauen. Nur nach einer Kapitulation sind wir in der Lage, die Entfremdung der Sucht zu überwinden. Hilfe für Süchtige setzt erst dann ein, wenn wir fähig sind, die totale Niederlage einzugestehen. Das kann beängstigend sein, aber es ist die Grundlage, auf der wir unser Leben aufbauen.

Schritt Eins bedeutet, daß wir keine Drogen nehmen müssen, und dies ist eine große Freiheit. Für manche von uns dauerte es einige Zeit, bis sie erkannten, daß sie ihr Leben nicht mehr meistern konnten. Ihr Leben nicht meistern zu können, war für andere hingegen die einzige Sache, die klar war. In unserem Innersten wußten wir, daß Drogen die Macht hatten, uns in Menschen zu verwandeln, die wir nicht sein wollten.

Indem wir clean sind und diesen Schritt arbeiten, werden wir von unseren Ketten befreit. Keiner dieser Schritte wirkt jedoch durch Zauberei. Wir sprechen nicht nur die Worte dieses Schrittes nach; wir lernen, sie zu leben. Wir finden selbst heraus, daß das Programm uns etwas zu geben hat.

Wir haben Hoffnung gefunden. Wir können lernen, in der Welt, in der wir leben, zurechtzukommen. Wir können einen Sinn und Zweck im Leben finden und vor Wahnsinn, Verkommenheit und Tod gerettet werden.

Wenn wir unsere Machtlosigkeit und die Unfähigkeit, unser Leben zu meistern, eingestehen, öffnen wir die Tür für eine Macht, größer als wir selbst, uns zu helfen. Es zählt nicht, wo wir waren, sondern wohin wir gehen.

Schritt Zwei

»Wir kamen zu dem Glauben, daß eine Macht, größer als wir selbst, unsere geistige Gesundheit wiederherstellen kann.«

Wenn wir anhaltende Genesung erreichen wollen, ist der Zweite Schritt unumgänglich. Aus dem Ersten Schritt entsteht die Notwendigkeit, an etwas zu glauben, das uns in unserer Machtlosigkeit, Nutzlosigkeit und Hilflosigkeit helfen kann.

Der Erste Schritt hat ein Vakuum in unserem Leben hinterlassen. Wir müssen etwas finden, das diese Leere ausfüllt. Das ist das Ziel des Zweiten Schritts.

Manche von uns nahmen diesen Schritt zunächst nicht ernst; wir gingen mit einem Minimum an Interesse darüber hinweg, mußten dann jedoch feststellen, daß die darauffolgenden Schritte nicht funktionierten, bis wir den Zweiten Schritt gearbeitet hatten. Selbst wenn manche von uns zugaben, Hilfe bei ihrem Drogenproblem zu benötigen, leugneten viele von uns das Bedürfnis nach Vertrauen und geistiger Gesundheit.

Wir haben eine Krankheit: fortschreitend, unheilbar und tödlich. Egal wie, wir kauften unsere Zerstörung auf Raten! Wir alle, angefangen vom Junkie, der Handtaschen raubt, bis zur netten alten Dame, die sich bei zwei oder drei Ärzten ein legales Rezept ausstellen läßt, haben etwas gemeinsam: Wir suchen unsere Zerstörung immer wieder aufs neue, mit einem Druck, mit einigen Tabletten oder mit einer Flasche, solange, bis wir sterben. Dies ist zumindest ein Teil des Wahnsinns der Sucht. Der Preis scheint für die Süchtigen, die sich für eine Spritze prostituieren, höher zu sein als für Süchtige, die »nur« den Arzt belügen. Am Ende bezahlen alle für ihre Krankheit mit dem Leben. Wahnsinn ist, immer wieder die gleichen Fehler zu machen und unterschiedliche Ergebnisse zu erwarten.

Wenn wir in das Programm kommen, erkennen viele von uns, daß wir immer wieder Drogen nahmen, obwohl wir wußten, daß wir unser Leben zerstörten. Wahnsinn ist, täglich Drogen zu nehmen, obwohl wir wissen, daß ausschließlich körperlicher und geistiger Verfall folgt. Der offensichtlichste Teil des Wahnsinns der Krankheit Sucht ist die Besessenheit, Drogen nehmen zu müssen.

Glaubst Du nicht, daß es verrückt wäre, auf jemanden zuzugehen und zu sagen: »Kann ich bitte einen Herzinfarkt oder einen tödlichen Unfall haben?« Wenn Du zustimmst, daß dies Wahnsinn ist, dürftest Du mit dem Zweiten Schritt keine Schwierigkeiten haben.

Das erste, was wir in diesem Programm tun, ist mit Drogen aufzuhören. An diesem Punkt fangen wir an zu fühlen, wie schmerzhaft das Leben ohne Drogen oder irgendeinen Ersatz ist. Der Schmerz zwingt uns, nach einer Macht zu suchen, die größer ist als wir selbst, und die uns von der Besessenheit, Drogen zu nehmen, erlösen kann.

Der Prozeß, der zu einem Glauben führt, ist für die meisten Süchtigen ähnlich. Vielen fehlte eine funktionierende Verbindung zu einer Höheren Macht. Wir fangen an, diese Verbindung zu entwickeln, indem wir einfach die Möglichkeit der Existenz einer Macht, die größer ist als wir selbst, eingestehen. Die meisten von uns haben keine Schwierigkeiten zuzugeben, daß die Sucht zu einer zerstörerischen Kraft in ihrem Leben geworden war. Alle unsere Bemühungen endeten jedesmal in größerer Zerstörung und Verzweiflung. Irgendwann erkannten wir, daß wir die Hilfe einer Macht brauchen, die größer ist als unsere Sucht. Was wir unter einer Höheren Macht verstehen, bleibt uns selbst überlassen. Niemand wird für uns entscheiden. Wir können es Gruppe nennen, Programm oder auch Gott. Die einzige Empfehlung ist, daß diese Macht liebend, fürsorglich und größer als wir selbst ist. Um diese Vorstellung anzunehmen, brauchen wir nicht religiös zu sein. Es geht darum, daß wir uns dem Glauben öffnen. Dies ist möglicherweise schwierig, aber indem wir offen bleiben, werden wir früher oder später die Hilfe erhalten, die wir brauchen.

We talked and listened to others. We saw other people recovering, and they told us what was working for them. We began to see evidence of some Power that could not be fully explained. Confronted with this evidence, we began to accept the existence of a Power greater than ourselves. We can use this Power long before we understand it.

Wir redeten mit anderen und hörten ihnen zu. Wir sahen andere genesen, und sie erzählten uns, was für sie funktionierte. Wir begannen die Gegenwart irgendeiner Macht, die nicht vollständig erklärt werden konnte, wahrzunehmen. Damit konfrontiert, fingen wir an, die Existenz einer Macht, die größer ist als wir selbst, anzunehmen. Wir können diese Macht einsetzen, lange bevor wir sie verstehen.

Während wir sehen, wie Zufälle und Wunder in unserem Leben geschehen, wandelt sich die Annahme in Vertrauen. Wir fangen an, uns mit unserer Höheren Macht als Quelle der Kraft behaglich zu fühlen. In dem Maße, in dem wir lernen, dieser Macht zu vertrauen, beginnen wir unsere Angst vor dem Leben zu überwinden.

Während wir unseren Glauben finden, wird unsere geistige Gesundheit wiederhergestellt. Die Kraft zu handeln entsteht aus diesem Glauben. Wir müssen diesen Schritt annehmen, um den Weg der Genesung beginnen zu können. Wenn unser Glaube gewachsen ist, sind wir bereit für den Dritten Schritt.

 
Schritt Drei

»Wir trafen eine Entscheidung, unseren Willen und unser Leben der Fürsorge Gottes, so wie wir Ihn verstanden, anzuvertrauen.«

Als Süchtige haben wir oft unseren Willen und unser Leben in die Hand einer zerstörerischen Macht gelegt. Unser Wille und unser Leben wurden durch Drogen kontrolliert. Unser Verlangen nach sofortiger Befriedigung unserer Bedürfnisse, das durch Drogen gestillt wurde, hielt uns gefangen. Während dieser Zeit war unser gesamtes Wesen – Körper, Geist und Seele – durch Drogen beherrscht. Eine Zeitlang war dies angenehm, dann schwand die Euphorie, und wir sahen die häßliche Seite der Sucht. Wir erkannten, je stärker das Hoch, das wir durch Drogen erhielten, desto schlimmer das Tief, in das wir stürzten. Es gab für uns zwei Möglichkeiten: entweder durchlitten wir den Schmerz des Entzugs, oder wir nahmen mehr Drogen.

Für alle von uns kam der Tag, an dem es keine Wahl mehr gab; wir mußten Drogen nehmen. Wir hatten unseren Willen und unser Leben unserer Sucht geopfert und suchten in äußerster Verzweiflung nach einem anderen Weg. Bei Narcotics Anonymous entscheiden wir uns, unseren Willen und unser Leben der Fürsorge Gottes, so wie wir Ihn verstehen, anzuvertrauen. Dies ist ein riesiger Schritt. Wir brauchen nicht religiös zu sein; alle können diesen Schritt machen. Alles, was erforderlich ist, ist Bereitschaft. Allein wesentlich ist, daß wir die Tür für eine Macht, größer als wir selbst, öffnen.

Unsere Vorstellung von Gott wird nicht von einem Dogma bestimmt, sondern von dem, was wir glauben und was für uns funktioniert. Viele von uns verstehen Gott einfach als eine Kraft, die uns clean hält. Das Recht auf einen Gott nach Deinem eigenen Verständnis ist unbegrenzt und ohne Einschränkung. Weil wir dieses Recht haben, ist es notwendig, ehrlich mit unserem Glauben zu sein, um spirituell zu wachsen.

Alles, was wir tun mußten, war, es zu versuchen. Als wir unser Bestes gaben, funktionierte das Programm für uns, wie es für zahllose andere funktioniert hatte. Der DritteSchritt sagt nicht: »Wir vertrauten unseren Willen und unser Leben der Fürsorge Gottes an.« Er sagt: »Wir trafen eine Entscheidung, unseren Willen und unser Leben der Fürsorge Gottes, so wie wir Ihn verstanden, anzuvertrauen.« Wir waren es, die die Entscheidung trafen; sie wurde nicht für uns durch Drogen, von unseren Familien, einem Bewährungshelfer, einer Richterin, einem Therapeuten oder einer Ärztin getroffen. Wir trafen sie! Zum ersten Mal seit dem Zeitpunkt, an dem wir unseren ersten Drogenrauscherlebten, trafen wir selbst für uns eine Entscheidung.

Das Wort Entscheidung bedeutet handeln. Diese Entscheidung beruht auf Vertrauen. Wir brauchen nur zu glauben, daß das Wunder, das wir im Leben von clean gewordenen Süchtigen sehen, allen Süchtigen geschehen kann, die das Verlangen haben, sich zu ändern. Wir stellen einfach fest, daß es eine Kraft des spirituellen Wachstums gibt, die uns helfen kann, toleranter, geduldiger und nützlicher zu sein, wenn es darum geht, anderen zu helfen. Viele von uns haben gesagt »Nimm meinen Willen und mein Leben. Führe mich auf dem Wege meiner Genesung. Zeig mir, wie ich leben kann.« Die Erleichterung von »loslassen und Gott überlassen« hilft uns, ein Leben aufzubauen, das sich lohnt zu leben.

Uns dem Willen unserer Höheren Macht zu überlassen, wird durch tägliche Übung einfacher. Wenn wir es ehrlich versuchen, funktioniert es. Viele von uns beginnen ihren Tag mit einer einfachen Bitte um Führung an unsere Höhere Macht.

Obwohl wir wissen, daß das »Abgeben« funktioniert, kann es immer noch geschehen, daß wir unseren Willen und unser Leben wieder zurücknehmen. Es kann sogar sein, daß wir wütend werden, weil Gott dies erlaubt. Es gibt Zeitpunkte während unserer Genesung, in denen die Entscheidung, um Gottes Hilfe zu bitten, unsere größte Quelle der Kraft und des Mutes ist. Wir können diese Entscheidung nicht oft genug treffen. Ruhig kapitulieren wir und stellen uns unter die Fürsorge Gottes, so wie wir Gott verstehen.

Zunächst drehte sich für uns alles um die Frage: »Was wird geschehen, wenn ich mein Leben abgebe? Werde ich dann zu einem »perfekten« Menschen?« Wahrscheinlich waren wir doch etwas realistischer. Einige von uns mußten sich an ein erfahrenes NA-Mitglied wenden, um die Frage zu stellen: »Wie war es für Dich?« Die Antwort unterscheidet sich von Mitglied zu Mitglied. Die meisten von uns spüren, daß Offenheit, Bereitschaft und Kapitulation die Schlüssel zu diesem Schritt sind.

Wir haben unseren Willen und unser Leben einer Macht anvertraut, die größer ist als wir selbst. Wenn wir gewissenhaft und ehrlich sind, werden wir eine Wende zum Besseren feststellen. Indem wir die wahre Bedeutung von Kapitulation erfahren, wächst unser Vertrauen, und unsere Ängste verringern sich. Wir kämpfen nicht mehr gegen Angst, Zorn, Schuld, Selbstmitleid oder Depressionen an. Wir erkennen, daß die Macht, die uns in dieses Programm gebracht hat, immer noch bei uns ist und uns weiterhin führen wird, wenn wir es Ihr nur gestatten. Langsam beginnen wir, die lähmende Angst der Hoffnungslosigkeit zu verlieren. Der Beweis für diesen Schritt zeigt sich in der Art unseres Lebens.

Es bereitet uns nunmehr Freude, clean zu leben, und wir möchten mehr von dem Positiven, das die NA-Gemeinschaft für uns bereithält. Wir wissen jetzt, daß wir in unserem spirituellen Programm keine Pause einlegen können; wir möchten alles, was wir bekommen können.

Jetzt sind wir soweit, unsere erste ehrliche Selbstbewertung in Angriff zu nehmen, und wir beginnen mit dem Vierten Schritt.

 
Schritt Vier

»Wir machten eine erforschende und furchtlose moralische Inventur von uns selbst.«

Der Zweck einer erforschenden und furchtlosen moralischen Inventur ist, die Verwirrungen und Widersprüche in unserem Leben zu sortieren, um herausfinden zu können, wer wir wirklich sind. Wir beginnen ein neues Leben und müssen uns von der Last und den Verstrickungen befreien, die uns kontrollierten und unser Wachstum verhinderten.

Wenn wir diesen Schritt angehen, befürchten viele von uns, ein Monster in sich zu haben, das sie zerstört, wenn es erst einmal befreit wird. Diese Angst kann dazu führen, daß wir unsere Inventur aufschieben. Sie kann uns sogar ganz davon abhalten, diesen entscheidenden Schritt zu tun. Wir haben erfahren, daß Angst mangelndes Vertrauen ist und haben unseren eigenen liebenden Gott gefunden, an den wir uns wenden können. Wir brauchen keine Angst mehr zu haben.

Wir waren Expertinnen und Experten der Selbsttäuschung und vermeintlich vernünftiger Erklärungen. Indem wir unsere Inventur schreiben, können wir diese Hindernisse überwinden. Eine schriftliche Inventur erschließt Teile unseres Unterbewußtseins, die verborgen bleiben, wenn wir nur über uns nachdenken oder sprechen. Sobald es einmal zu Papier gebracht wurde, ist unser wahres Wesen leichter erkennbar und schwieriger zu leugnen. Eine aufrichtige Selbsteinschätzung ist einer der Schlüssel zu unserem neuen Leben.

Machen wir uns nichts vor: als wir Drogen nahmen, waren wir nicht ehrlich mit uns. Wir werden ehrlich, wenn wir uns eingestehen, daß die Sucht uns besiegt hat und daß wir Hilfe brauchen. Es dauerte lange, bis wir zugaben, daß wir geschlagen waren. Wir fanden heraus, daß wir nicht über Nacht körperlich, geistig und seelisch genesen. Der Vierte Schritt hilft uns auf dem Weg unserer Genesung. Die meisten von uns mußten erkennen, daß sie weder so schrecklich noch so wunderbar waren, wie sie dachten. Wir stellen mit Erstaunen fest, daß in unserer Inventur auch gute Punkte auftauchen. Alle, die eine Zeitlang im Programm sind und diesen Schritt gearbeitet haben, werden Dir sagen, daß der Vierte Schritt einen Wendepunkt in ihrem Leben darstellte.

Einige von uns machen den Fehler, den Vierten Schritt so anzugehen, als ginge es um das Eingeständnis, wie furchtbar wir sind – welch schlechte Menschen wir gewesen waren. In diesem neuen Lebensabschnitt kann es gefährlich sein, sich in Selbstmitleid zu baden. Dies ist nicht Zweck des Vierten Schrittes. Wir versuchen, uns von den alten, nutzlosen Mustern zu befreien. Wir machen den Vierten Schritt, um zu wachsen und Kraft und Einsicht zu gewinnen. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, den Vierten Schritt anzugehen.

Der Erste, Zweite und Dritte Schritt bilden die notwendige Vorbereitung, um Vertrauen und Mut zu einer furchtlosen schriftlichen Inventur zu erhalten. Bevor wir mit dieser Inventur beginnen ist es ratsam, die ersten drei Schritte mit einem Sponsor oder einer Sponsorin durchzugehen. Wir werden sicherer in unserem Verständnis dieser Schritte und gestehen uns das Privileg zu, uns gut zu fühlen, bei dem, was wir tun. Lange Zeit schlugen wir uns herum und gelangten nirgendwo hin. Jetzt beginnen wir den Vierten Schritt und lassen unsere Angst los. Wir schreiben es einfach auf, so gut wie wir es zur Zeit können.

Wir müssen mit der Vergangenheit Schluß machen, nicht an ihr festklammern. Wir möchten unserer Vergangenheit gegenübertreten, sie als das erkennen, was sie tatsächlich war, und sie dann loslassen, damit wir heute leben können. Für die meisten von uns war die Vergangenheit ein böser Geist in der Flasche. Wir hatten Angst, die Flasche zu öffnen, denn wir fürchteten uns vor dem, was der Geist uns antun könnte. Wir brauchen nicht allein auf die Vergangenheit zurückzublicken. Unser Wille und unser Leben sind nun in den Händen unserer Höheren Macht.

Solange wir nach unserem eigenen Willen handelten, schien es unmöglich, eine gewissenhafte und ehrliche Inventur zu schreiben. Bevor wir schreiben, sammeln wir uns für einige Augenblicke und bitten um die Kraft, furchtlos und gewissenhaft zu sein.

Der Vierte Schritt bringt uns in Berührung mit uns selbst. Wir schreiben über das, was uns belastet, wie Schuld, Scham, Reue, Selbstmitleid, Groll, Zorn, Depression, Frustration, Verwirrung, Einsamkeit, Furcht, Verrat, Hoffnungslosigkeit, Versagen, Angst und Leugnung.

Wir schreiben über das, was uns hier und jetzt bedrückt. Wir neigen dazu, negativ zu denken; indem wir dies zu Papier bringen, erhalten wir die Chance, das, was geschieht, positiver zu betrachten.

Auch unsere Stärken müssen in Betracht gezogen werden, wenn wir ein genaues und vollständiges Bild von uns erhalten wollen. Dies ist für die meisten von uns außerordentlich schwierig, denn es ist nicht leicht zu akzeptieren, daß wir auch gute Eigenschaften haben. Wir alle haben Vorzüge. Viele davon wurden durch das Programm neu entdeckt, so z.B. Cleansein, Offenheit, spirituelles Bewußtsein, Ehrlichkeit anderen gegenüber, Annahme, positives Handeln, Teilen, Bereitschaft, Mut, Vertrauen, Anteilnahme, Dankbarkeit, Güte und Großzügigkeit. Unsere Inventur enthält gewöhnlich auch Aussagen über unsere Beziehungen.

Wir prüfen unser vergangenes und gegenwärtiges Verhalten und erkennen, was wir behalten und was wir ablegen wollen. Niemand zwingt uns, unser Elend aufzugeben. Diesem Schritt wird nachgesagt, er sei sehr schwierig; in Wahrheit ist er ziemlich einfach.

Wir schreiben unsere Inventur, ohne an den Fünften Schritt zu denken. Wir arbeiten den Vierten Schritt so, als gäbe es keinen Fünften Schritt. Wir können alleine oder in der Nähe anderer Menschen schreiben; gut ist, was uns am besten erscheint. Wir können so viel oder so wenig wie nötig schreiben. Jemand mit Erfahrung kann helfen. Das Wichtigste ist, eine moralische Inventur zu schreiben. Wenn uns das Wort moralisch stört, können wir auch positiv/negativ Inventur sagen.

Eine Inventur kann nur geschrieben werden, indem wir sie schreiben! Wir werden keine Inventur schreiben, indem wir darüber nachdenken, sprechen oder Theorien darüber entwerfen. Wir setzen uns mit unserem Notizblock hin, bitten um Führung, nehmen unseren Stift und beginnen zu schreiben. Alles, was uns einfällt, ist Material für die Inventur. Wenn wir erkennen, wie wenig wir zu verlieren und wieviel wir zu gewinnen haben, fangen wir mit diesem Schritt an.

Eine Faustregel lautet, daß wir eher zuwenig, jedoch niemals zuviel schreiben können. Die Inventur wird zum jeweiligen Menschen passen. Vielleicht erscheint sie uns schwierig oder schmerzlich oder sogar auch unmöglich. Wir haben möglicherweise Angst, daß in Kontakt mit unseren Gefühlen zu sein, eine überwältigende Kettenreaktion von Schmerz und Panik auslösen könnte. Es mag sein, daß wir die Inventur aus Angst zu versagen erst gar nicht machen wollen. Wenn wir unsere Gefühle nicht beachten, wird die Spannung zu viel für uns. Die Angst vor dem drohenden Untergang ist so groß, daß sie unsere Angst vor einem Versagen übersteigt.

Eine Inventur bedeutet Erleichterung, denn der Schmerz, sie zu schreiben, ist geringer als der, dies nicht zu tun. Wir lernen, daß Schmerz eine treibende Kraft in der Genesung sein kann. Daher ist es unumgänglich, sich ihm zu stellen. Das Thema jedes Schritte-Meetings scheint der Vierte Schritt oder die Erstellung einer täglichen Inventur zu sein. Durchden Prozeß der Inventur können wir mit all den Dingen umgehen, die anfallen. Je mehr wir im Programm leben, desto häufiger scheint Gott uns in Situationen zu versetzen, in denen bestimmte Themen sichtbar werden. Wenn solch ein Thema auftaucht, schreiben wir darüber. Wir fangen an, uns unserer Genesung zu erfreuen, denn wir haben ein Mittel, um mit Scham, Schuld und Groll fertig zu werden.

Der alte Druck in uns weicht. Durch das Schreiben öffnet sich ein Ventil. Wir entscheiden, ob wir alles auspacken, rauswerfen oder wieder wegschließen wollen. Wir brauchen uns nicht länger damit zu belasten.

Wir setzen uns mit Papier und Bleistift hin und bitten Gott, uns die Mängel zu offenbaren, die uns Schmerz und Leid verursachen. Wir beten um den Mut, furchtlos und gründlich zu sein, und daß diese Inventur helfen möge, unser Leben in Ordnung zu bringen. Wenn wir beten und handeln, geht es stets besser.

Wir werden nicht vollkommen werden. Wären wir vollkommen, so wären wir nicht menschlich. Wichtig ist, daß wir unser Bestes geben. Wir benutzen die Hilfsmittel, die uns zur Verfügung stehen, und lernen, daß uns unsere Gefühle nicht umbringen. Wir möchten nichts von dem verlieren, was wir erreicht haben, und mit dem Programm weitermachen. Unsere Erfahrung zeigt, daß eine erforschende und gründliche Inventur, keine andauernde Wirkung haben kann, wenn ihr nicht sofort ein ebenso gründlicher Fünfter Schritt folgt.

Schritt Fünf


»Wir gestanden Gott, uns selbst und einem anderen Menschen gegenüber die genaue Art unserer Fehler ein.«

Der Fünfte Schritt ist der Schlüssel zur Freiheit. Er ermöglicht uns, in der Gegenwart clean zu leben. Durch das Teilen der genauen Art unserer Fehler werden wir befreit, um zu leben. Nachdem wir einen gründlichen Vierten Schritt gemacht haben, befassen wir uns mit dem Inhalt unserer Inventur. Uns wird gesagt, wenn wir diese Mängel für uns behalten, werden sie uns dazu bringen, wieder Drogen zu nehmen. Wenn wir an unserer Vergangenheit festhalten, könnte uns dies schwächen und daran hindern, unser neues Leben zu leben. Wenn wir im Fünften Schritt nicht ehrlich sind, werden wir dieselben negativen Ergebnisse erhalten, die durch unsere Unehrlichkeit in der Vergangenheit entstanden sind.

Der Fünfte Schritt schlägt vor, daß wir Gott, uns selbst und einem anderen Menschen gegenüber die genaue Art unserer Fehler eingestehen. Wir schauten auf unsere Fehler, untersuchten unsere Verhaltensmuster und fingen an, die verborgenen Seiten unserer Krankheit zu erkennen. Nun sitzen wir mit einer anderen Person zusammen und teilen unsere Inventur mit ihr, indem wir sie laut aussprechen.

Während des Fünften Schrittes wird unsere Höhere Macht bei uns sein. Wir werden Hilfe erhalten und frei sein, uns einem anderen Menschen und uns selbst zu stellen. Es schien nicht nötig, der Höheren Macht gegenüber die genaue Art unserer Fehler einzugestehen. »Gott kennt dies alles schon«, sagten wir uns. Obwohl Er es weiß, muß das Eingeständnis aus unserem Mund kommen, um tatsächlich wirkungsvoll zu sein. Der FünfteSchritt bedeutet nicht einfach ein Vorlesen des Vierten Schrittes.

Jahrelang vermieden wir es, uns so zu sehen, wie wir wirklich waren. Wir schämten uns über uns selbst und fühlten uns vom Rest der Welt isoliert. Jetzt, da wir den beschämenden Teil unserer Vergangenheit eingekreist haben, uns ihm stellen und ihn zugeben, können wir ihm die Macht über unser Leben nehmen. Es wäre tragisch, erst alles aufzuschreiben und es dann in der Schublade verschwinden zu lassen. Diese Mängel wachsen im Dunkeln und sterben im Licht der Enthüllung.

Bevor wir zu Narcotics Anonymous kamen, dachten wir, daß niemand verstehen könnte, was wir getan hatten. Wir befürchteten, daß wir bestimmt abgelehnt würden, wenn wir jemals zu erkennen gäben, wie wir waren. Die meisten Süchtigen fühlen sich bei diesem Gedanken unbehaglich. Wir erkennen, daß unsere Gefühle nicht der Wirklichkeit entsprechen. Die Freundinnen und Freunde der Gemeinschaft verstehen uns.

Wir müssen die Person, die unseren Fünften Schrittanhören soll, sorgfältig auswählen. Wir müssen uns vergewissern, daß sie weiß, was wir tun und warum wir es tun. Obwohl es keine feste Regel gibt, ist es wichtig, daß wir der Person unserer Wahl vertrauen. Nur durch völliges Vertrauen in die Integrität und Diskretion dieser Person kann in uns die Bereitschaft entstehen, in diesem Schritt gründlich zu sein. Manche von uns machen den Fünften Schritt mit völlig Fremden, obwohl sich andere von uns wohler fühlen, wenn sie ein Mitglied von Narcotics Anonymous wählen. Wir wissen, daß andere Süchtige weniger dazu neigen, uns böswillig oder aus einem Mißverständnis heraus zu beurteilen.

Wenn wir unsere Wahl einmal getroffen haben und mit dieser Person allein sind, setzen wir mit ihrer Ermutigung den eingeschlagenen Weg fort. Wir möchten klar, ehrlich und gründlich sein, denn wir wissen, daß es um Leben und Tod geht.

Manche von uns probierten, Teile ihrer Vergangenheit zu verbergen, indem sie versuchten, einen leichteren Weg zu finden, um mit ihren inneren Gefühlen fertig zu werden. Wir mögen denken, daß wir genug getan haben, indem wir über unsere Vergangenheit geschrieben haben. Wir können uns diesen Fehler nicht erlauben. Dieser Schritt deėt unsere Absichten und Taten auf. Wir können nicht erwarten, daß sich diese Dinge von selbst offenbaren. Unsere Verlegenheit ist schließlich überwunden, und wir können zukünftige Schuldgefühle vermeiden.

Wir zaudern nicht. Wir müssen genau sein. Wir möchten die einfache Wahrheit erzählen, kurz und bündig und so schnell wie möglich. Es besteht immer die Gefahr, daß wir mit unseren Fehlern übertreiben. Ebenso gefährlich ist eine Verharmlosung oder Rationalisierung unserer Rolle in vergangenen Situationen. Letztendlich möchten wir uns immer noch gut anhören.

Süchtige neigen dazu, ein Leben im Verborgenen zu führen. Jahre hindurch verdeėten wir eine geringe Selbstachtung, indem wir uns hinter falschen Fassaden versteckten, von denen wir hoğen, daß sie die Leute zum Narren hielten. Unglücklicherweise hielten wir uns selbst mehr zum Narren, als alle anderen. Obwohl wir äußerlich oft anziehend und vertrauenerweckend erschienen, versteckten wir in Wirklichkeit einen schwachen, unsicheren Menschen in uns. Die Masken müssen runter. Wir teilen unsere Inventur, so wie sie geschrieben ist, ohne etwas auszulassen. Wir gehen diesen Schritt weiter mit Ehrlichkeit und Gründlichkeit an, bis wir ihn beendet haben. Es ist eine große Erleichterung, sich aller Geheimnisse zu entledigen und die Last unserer Vergangenheit zu teilen.

Während wir diesen Schritt teilen, wird gewöhnlich auch die Zuhörerin oder der Zuhörer etwas von ihrer bzw. Seiner Geschichte erzählen. Wir stellen fest, daß wir nicht einzigartig sind. Wir sehen in der Annahme durch die Person unseres Vertrauens, daß wir so akzeptiert werden können, wie wir sind.

Möglicherweise werden wir niemals in der Lage sein, uns an alle Fehler der Vergangenheit zu erinnern. Wie dem auch sei, wir tun unser Bestes und geben uns alle Mühe. Wir fangen an, ureigene Gefühle spiritueller Art zu erleben. Wo wir einst spirituelle Theorien hatten, beginnen wir jetzt zu einer spirituellen Realität zu erwachen. Diese erste Untersuchung unserer selbst deėt einige Verhaltensmuster auf, die wir nicht sonderlich mögen. Wenn wir uns jedoch diesen Mustern stellen und sie offen darlegen, können wir etwas an ihnen ändern. Diese Veränderungen können wir nicht alleine schaffen. Wir brauchen die Hilfe Gottes, so wie wir Ihn verstehen, und die Gemeinschaft von Narcotics Anonymous.

 
Schritt Sechs

»Wir waren vorbehaltlos bereit, alle diese Charakterfehler von Gott beseitigen zu lassen.«

Warum um etwas bitten, bevor wir soweit sind? Dies würde bedeuten, Schwierigkeiten geradezu herauszufordern. Oft wollten Süchtige lediglich den Lohn kassieren, ohne die notwendige Arbeit dafür zu leisten. Wir streben im Sechsten Schritt Bereitschaft an. Wie gründlich wir diesen Schritt arbeiten, hängt von unserem Wunsch nach Veränderung ab.

Wollen wir tatsächlich unseren Groll, unsere Wut und unsere Angst loswerden? Viele von uns klammern sich an ihre Ängste, ihre Zweifel, ihren Ekel vor sich selbst oder ihren Haß, denn in einem vertrauten Schmerz liegt eine gewisse entstellte Sicherheit. Es scheint sicherer, an dem festzuhalten, was wir kennen, als es für das Unbekannte aufzugeben.

Das Loslassen von Charakterfehlern sollte entschlossen geschehen. Wir leiden, da ihre Ansprüche uns schwächen. Dort, wo wir stolz waren, stellen wir nunmehr fest, daß wir mit Überheblichkeit nicht mehr durchkommen. Wenn wir nicht demütig sind, werden wir gedemütigt. Wenn wir gierig sind, merken wir, daß wir niemals zufriedengestellt werden. Bevor wir den Vierten und den Fünften Schritt in Angriff nahmen, konnten wir uns Angst, Wut, Unehrlichkeit oder Selbstmitleid hingeben. Heute erschwert das Schwelgen in diesen Charakterfehlern unsere Fähigkeit, logisch zu denken. Selbstsucht wird zu einer unerträglichen, zerstörerischen Kette, die uns an unsere schlechten Gewohnheiten bindet. Unsere Charakterfehler zehren unsere ganze Zeit und Energie auf.

Wir gehen die Inventur des Vierten Schrittes durch und erhalten einen guten Blick für das, was diese Charakterfehler in unserem Leben anrichten. Wir beginnen, uns nach Freiheit von diesen Fehlern zu sehnen. Wir beten oder werden auf andere Weise willens, bereit und fähig, Gott diese zerstörerischen Züge beseitigen zu lassen. Wir brauchen eine Veränderung unserer Persönlichkeit, wenn wir clean bleiben wollen. Wir möchten uns verändern.

Alte Charakterfehler sollten wir unvoreingenommen angehen. Wir sind uns ihrer bewußt, und trotzdem machen wir immer noch die gleichen Fehler, unfähig, mit den schlechten Gewohnheiten zu brechen. Wir wenden uns an die Gemeinschaft, um die Lebensweise zu finden, die wir gerne hätten. Wir fragen unsere Freundinnen und Freunde: »Habt Ihr die Charakterfehler losgelassen?« Fast ausnahmslos lautet die Antwort: »Ja, so gut wir konnten.« Wenn wir sehen, wie unsere Charakterfehler sich in unserem Leben zeigen und sie annehmen, können wir sie loslassen und mit dem neuen Leben fortfahren. Wir lernen, daß wir wachsen werden, wenn wir neue Fehler machen, anstatt die alten zu wiederholen.

Wenn wir den Sechsten Schritt arbeiten, ist es wichtig, uns daran zu erinnern, daß wir nur Menschen sind und daß wir nicht unrealistische Erwartungen an uns stellen sollten. Dies ist ein Schritt der Bereitschaft. Bereitschaft ist das spirituelle Prinzip des Sechsten Schrittes. Der Sechste Schritt hilft uns, uns in eine spirituelle Richtung zu bewegen. Da wir Menschen sind, werden wir vom Kurs abkommen.

Rebellion ist ein Charakterfehler, der uns hier im Wege steht. Wir brauchen nicht das Vertrauen zu verlieren, wenn wir widerspenstig werden. Rebellion kann Gleichgültigkeit oder Intoleranz hervorrufen, die beide durch beständiges Bemühen überwunden werden können. Wir bitten immer wieder um Bereitschaft. Wir mögen daran zweifeln, daß Gott uns erlösen will, oder fürchten, daß etwas schiefgeht. Wir fragen ein anderes Mitglied und bekommen die Antwort: »Du bist genau dort, wo Du sein sollst.« Wir erneuern die Bereitschaft, unsere Fehler von uns nehmen zu lassen. Wir kapitulieren und nehmen die einfachen Vorschläge an, die das Programm zu bieten hat. Auch wenn wir nicht vollständig bereit sind, bewegen wir uns in die richtige Richtung.

Glaube, Demut und Annahme ersetzen schließlich Stolz und Rebellion. Wir lernen uns selbst kennen. Wir erleben, daß wir in ein reifes Bewußtsein hineinwachsen. Während aus Bereitschaft Hoffnung erwächst, beginnen wir uns besser zu fühlen. Vielleicht haben wir zum ersten Mal eine Vorstellung von unserem neuen Leben. Dies vor Augen, setzen wir unsere Bereitschaft in Taten um, indem wir zu Schritt Sieben weitergehen.

 
Schritt Sieben

»Demütig baten wir Ihn, uns von diesen Mängeln zu befreien.«

Charakterfehler oder Mängel sind die Dinge, die während unseres Lebens Schmerz und Elend erzeugen. Würden sie zu unserer Gesundheit und unserem Glück beitragen, so wären wir nicht in eine derart verzweifelte Lage gekommen. Wir mußten bereit werden, damit Gott, wie wir Ihn verstehen, diese Fehler von uns nimmt.

Indem wir uns entschieden haben, daß Gott uns von den unnützen oder zerstörerischen Seiten unserer Persönlichkeit erlösen soll, sind wir am Siebenten Schritt angelangt. Wir selbst konnten mit der Qual unseres Lebens nicht fertigwerden. Erst als wir aus unserem Leben ein regelrechtes Chaos gemacht hatten, erkannten wir, daß wir es alleine nicht schafften. Indem wir dies zugaben, erlangten wir einen Funken von Demut. Dies ist der Hauptbestandteil des Siebenten Schrittes. Demut ist das Ergebnis, das wir erlangen, wenn wir uns selbst gegenüber ehrlich sind. Seit dem Ersten Schritt haben wir Ehrlichkeit geübt. Wir akzeptierten unsere Sucht und unsere Machtlosigkeit. Wir entdeckten eine Kraft, die über unsere hinausgeht, und lernten, uns auf sie zu verlassen. Wir überprüften unser Leben und fanden heraus, wer wir wirklich sind. Wirklich demütig zu sein, bedeutet, uns zu akzeptieren und ehrlich zu versuchen, wir selbst zu sein. Wir sind weder vollkommen gut noch vollkommen schlecht. Wir sind Leute mit Stärken und Schwächen. Aber vor allen Dingen sind wir Menschen.

Demut ist so wichtig zum Cleanbleiben, wie Nahrung und Wasser, um am Leben zu bleiben. In dem Maße, in dem unsere Krankheit fortschritt, verwendeten wir unsere Energie für die Befriedigung unserer materiellen Wünsche. Alle anderen Bedürfnisse waren außerhalb unserer Reichweite. Wir wollten immer, daß unsere Grundbedürfnisse zufriedengestellt werden.

Der Siebente Schritt ist ein Schritt der Tat, und es ist an der Zeit, Gott um Hilfe und Erleichterung zu bitten. Wir müssen einsehen, daß unsere Art zu denken nicht die einzig mögliche ist; andere Menschen können uns den Weg weisen. Wenn jemand uns auf einen Fehler hinweist, ist unsere erste Reaktion möglicherweise Abwehr. Wir müssen uns klar machen, daß wir nicht vollkommen sind. Es wird immer Raum für Wachstum geben. Wenn wir wirklich frei sein wollen, dann werden wir sorgfältig auf die Hinweise unserer Freunde und Freundinnen aus der Gemeinschaft achten. Wenn die Mängel, die wir entdecken, echt sind, und wir die Möglichkeit haben, sie los zu sein, werden wir uns mit Sicherheit wohler fühlen.

Einige werden den Wunsch haben, für diesen Schritt auf die Knie zu gehen. Andere werden sehr ruhig sein, und wieder andere bringen eine große emotionale Kraft auf, um intensive Bereitschaft an den Tag zu legen. Das Wort demütig wird zurecht gebraucht, denn wir nähern uns dieser Macht, die größer ist als wir, und bitten sie um die Freiheit, ohne die Beschränkungen unserer Vergangenheit zu leben. Viele von uns sind bereit, diesen Schritt vorbehaltlos, allein aus einem blinden Vertrauen heraus, zu arbeiten; denn das, was wir bisher getan und gefühlt haben, haben wir satt. Was immer funktioniert, wir tun es.

Dies ist unser Weg zum spirituellen Wachstum. Wir verändern uns täglich. Allmählich und behutsam bewegen wir uns aus der Isolation und Einsamkeit der Sucht heraus, hinein in den Hauptstrom des Lebens. Dieses Wachstum ist nicht das Ergebnis eines Wunsches, sondern das Ergebnis von Taten und Gebet. Das Hauptziel des Siebenten Schrittes besteht darin, aus uns selbst herauszugehen und danach zu streben, den Willen unserer Höheren Macht auszuführen.

Wenn wir unachtsam sind und die spirituelle Bedeutung dieses Schrittes nicht begreifen, könnten wir Schwierigkeiten bekommen und alte Probleme erneut auftreten. Eine Gefahr besteht darin, zu hart uns selbst gegenüber zu sein.

Weil wir mit anderen genesenden Süchtigen teilen, fällt es uns leichter, uns nicht mit krankhaftem Ernst zu begegnen. Die Fehler anderer zu akzeptieren, kann uns helfen, demütig zu werden und den Weg zur Erlösung von unseren eigenen Fehlern ebnen. Gott wirkt oft durch diejenigen, die Genesung für so wichtig halten, daß sie uns beim Erkennen unserer Mängel helfen.

Wir haben festgestellt, daß Demut in diesem Programm und in unserem neuen Leben einen großen Platz einnimmt. Wir machen Inventur; wir werden bereit dafür, daß Gott unsere Charakterfehler von uns nimmt; wir bitten Ihn demütig, unsere Mängel von uns zu nehmen. Dies ist unser Weg zum spirituellen Wachstum, und wir wollen ihn weitergehen. Wir sind bereit für den Achten Schritt.

 
Schritt Acht

»Wir machten eine Liste aller Personen, denen wir Schaden zugefügt hatten, und wurden bereit, ihn bei allen wiedergutzumachen.«

Der Achte Schritt ist die Probe für unsere neugefundene Demut. Unsere Absicht ist es, uns von der Schuld, die wir mit uns herumgetragen haben, zu befreien. Wir möchten der Welt weder mit Aggressivität noch mit Angst ins Auge blicken.

Sind wir bereit, eine Liste all der Personen zu erstellen, denen wir Schaden zugefügt haben, um die Angst und die Schuld zu beseitigen, die unsere Vergangenheit für uns beinhaltet? Aus Erfahrung wissen wir, daß wir bereit werden müssen, bevor dieser Schritt eine Wirkung haben kann.

Der Achte Schritt ist nicht leicht; er erfordert eine neue Art von Ehrlichkeit in unseren Beziehungen zu anderen Menschen. Der Achte Schritt löst den Prozeß der Vergebung aus: Wir vergeben anderen; möglicherweise wird auch uns vergeben; schließlich vergeben wir uns selbst und lernen, in dieser Welt zu leben. An diesem Schritt angekommen, sind wir bereit, eher zu verstehen, als verstanden zu werden. Es fällt uns leichter zu leben und leben zu lassen, wenn wir die Bereiche kennen, in denen wir Wiedergutmachung zu leisten haben. Zunächst erscheint dies hart, wenn wir es aber einmal hinter uns gebracht haben, werden wir uns fragen, wieso wir es nicht schon längst getan haben.

Wir brauchen ein ganzes Stück Ehrlichkeit, bevor wir eine genaue Liste erstellen können. Wenn wir uns anschicken, die Liste des Achten Schrittes zu machen, ist es hilfreich zu definieren, was Schaden bedeutet. Mögliche Definitionen von Schaden sind: körperliche oder seelische Verletzung sowie das Zufügen von Schmerz, Leid oder Verlust. Schaden kann durch etwas verursacht werden, das gesagt, getan oder auch nicht getan wird. Schaden kann aus Worten oder Handlungen entstehen, die beabsichtigt oder auch unbeabsichtigt sein können. Die Schadensskala reicht vom Vermitteln eines geistigen Unbehagens über körperliche Versehrtheit, sogar bis hin zum Tod.

Der Achte Schritt offenbart uns ein Problem. Viele von uns haben Schwierigkeiten einzugestehen, daß sie anderen Schaden zugefügt haben, weil sie dachten, Opfer ihrer Sucht zu sein. Diese Denkweise zu vermeiden, ist für den Achten Schritt von entscheidender Bedeutung. Wir müssen das, was uns angetan wurde, von dem trennen, was wir anderen angetan haben. Wir entledigen uns unserer Rechtfertigungen und Vorstellungen, ein Opfer zu sein. Oft haben wir den Eindruck, daß wir nur uns selbst geschadet haben, dennoch setzen wir meistens unseren Namen als letzten auf die Liste, wenn überhaupt. Dieser Schritt bedeutet, die Fußarbeit zu machen, um die Schäden in unserem Leben zu beheben.

Wir werden nicht zu besseren Menschen, wenn wir die Fehler anderer bewerten. Wir werden uns wohler fühlen, indem wir uns von der Schuld befreien und so Ordnung in unser Leben bringen. Durch das Schreiben unserer Liste können wir nicht länger leugnen, daß wir Schaden verursacht haben. Wir geben zu, durch Taten, Lügen, nicht gehaltene Versprechen oder Vernachlässigung andere direkt oder indirekt verletzt zu haben.

Wir erstellen unsere Liste oder benutzen die des Vierten Schrittes und fügen weitere Personen hinzu, die uns einfallen. Wir setzen uns ehrlich mit dieser Liste auseinander und prüfen vorbehaltlos unsere Fehler, damit wir zur Wiedergutmachung bereit werden können.

Manchmal kennen wir die Leute nicht, denen wir Schaden zugefügt haben. Während wir Drogen nahmen, waren alle, mit denen wir in Kontakt kamen, einem Risiko ausgesetzt. Viele NA-Freundinnen und -Freunde erwähnen ihre Eltern, Ehepartner, Kinder, Freunde, Freundinnen, Liebesbeziehungen, andere Süchtige, vorübergehende Bekanntschaften, Kolleginnen, Angestellte, Lehrer, Vermieterinnen und völlig fremde Personen. Wir können auch uns auf die Liste setzen, da wir, während wir Drogen nahmen, uns langsam selbst umbrachten. Es könnte hilfreich für uns sein, gesondert eine Liste mit den Namen der Leute zu erstellen, denen wir finanzielle Wiedergutmachungen schulden.

Wie mit jedem anderen Schritt müssen wir auch hier gründlich sein. Die meisten von uns neigen dazu, in diesem Schritt eher zuwenig als zuviel zu tun. Gleichzeitig können wir aber die Vollendung dieses Schrittes nicht einfach aufschieben, nur weil wir nicht sicher sind, ob unsere Liste vollständig ist. Wir sind niemals fertig.

Die entscheidende Schwierigkeit beim Arbeiten des Achten Schrittes ist, ihn vom Neunten zu trennen. Vorstellungen und Pläne davon, wie wir tatsächlich Wiedergutmachung leisten, können ein großes Hindernis darstellen, sowohl für das Erstellen der Liste, als auch für das Bereitwerden. Wir machen diesen Schritt so, als gäbe es keinen Neunten Schritt. Wir denken noch nicht einmal daran, Wiedergutmachung zu leisten, sondern konzentrieren uns genau auf das, was der Achte Schritt besagt: Erstelle eine Liste und werde bereit. Was dieser Schritt hauptsächlich für uns bewirkt ist, uns zu helfen, ein Bewußtsein dafür zu entwickeln, daß wir allmählich neue Einstellungen uns selbst gegenüber und in unserem Umgang mit anderen Menschen gewinnen.

Die Verwirrung, die wir möglicherweise beim Erstellen dieser Liste haben, kann von uns genommen werden, wenn wir anderen beim Teilen ihrer Erfahrungen zu diesem Schritt sorgfältig zuhören. Auch unsere Sponsoren und Sponsorinnen können mit uns teilen, wie der Achte Schritt für sie funktionierte. Wir können uns die Erfahrung der Gruppe zunutze machen, wenn wir während des Meetings eine Frage stellen.

Der Achte Schritt bietet eine große Veränderung für ein von Schuld und Reue beherrschtes Leben. Unsere Zukunft wird verändert, weil wir den Menschen nicht aus dem Weg gehen müssen, denen wir Schaden zugefügt haben. Als Ergebnis dieses Schrittes erhalten wir eine neue Freiheit, die unsere Isolation beenden kann. Während wir unser Bedürfnis nach Vergebung erkennen, werden wir bereit, selbst zu vergeben. Zumindest wissen wir, daß wir nicht länger absichtlich anderen das Leben schwer machen.

Der Achte Schritt ist ein Schritt der Tat. Wie alle anderen Schritte bietet auch er einen sofortigen Nutzen. Nun sind wir in der Lage, unsere Wiedergutmachungen im Neunten Schritt zu beginnen.

 
Schritt Neun

»Wir machten bei diesen Menschen alles wieder gut, wo immer es möglich war, es sei denn, wir hätten dadurch sie oder andere verletzt.«

Dieser Schritt sollte nicht unterlassen werden. Tun wir dies, so halten wir uns in unserem Programm einen Platz für einen Rückfall frei. Stolz, Angst und Zaudern erscheinen oft als unüberwindliche Barriere; sie stehen Fortschritt und Wachstum im Wege. Es ist wichtig zu handeln und bereit zu sein, die Reaktionen der Menschen, denen wir Schaden zugefügt haben, anzunehmen. Wir leisten, so gut wir können, Wiedergutmachung.

Den richtigen Zeitpunkt zu wählen, ist ein wesentlicher Teil dieses Schrittes. Wir sollten dann wiedergutmachen, wenn sich die Gelegenheit dazu anbietet, es sei denn, es würden dadurch noch weitere Verletzungen entstehen. Zuweilen können wir wirklich keine Wiedergutmachung leisten; es ist weder möglich noch durchführbar. Es gibt auch Fälle, in denen eine Wiedergutmachung jenseits unserer Möglichkeiten liegt. Wir finden, daß Bereitschaft dort an die Stelle des Handelns treten kann, wo wir die Person, der wir Schaden zugefügt haben, nicht aufsuchen können. Niemals jedoch sollten uns Verlegenheit, Angst oder Zaudern davon abhalten, mit jemand in Verbindung zu treten.

Wir wollen von unserer Schuld befreit werden, doch möchten wir dies nicht auf Kosten anderer. Es besteht die Gefahr, daß wir Dritte oder Freunde aus unserer Zeit, in der wir Drogen nahmen, in etwas verwickeln, dem sie sich nicht aussetzen wollen. Wir haben nicht das Recht, noch besteht die Notwendigkeit, andere in Gefahr zu bringen. Oft ist es in dieser Sache nötig, bei anderen Rat einzuholen.

Wir empfehlen, unsere rechtlichen Probleme an Rechtsanwälte und unsere finanziellen oder medizinischen Probleme an Fachleute zu übergeben. Teil des Lernprozesses, um erfolgreich zu leben, ist zu erkennen, wann wir Hilfe brauchen.

Manche alten Beziehungen können noch einen ungelösten Konflikt in sich bergen. Indem wir Wiedergutmachung leisten, tragen wir unseren Teil zur Lösung alter Konflikte bei. Wir möchten von weiteren Feindseligkeiten und anhaltendem Groll loskommen. In vielen Fällen können wir nur auf die entsprechenden Menschen zugehen und sie demütig um Verständnis für begangenes Unrecht bitten. Zuweilen ist dies eine freudige Gelegenheit, bei der alte Freundinnen, Freunde oder Verwandte ihre Bereitschaft bekunden, ihre Bitterkeit aufzugeben. Es kann gefährlich sein, Leute aufzusuchen, die noch immer unter den Schmerzen leiden, die wir ihnen zugefügt haben. Eine indirekte Wiedergutmachung kann dort erforderlich sein, wo eine direkte Wiedergutmachung gefährlich wäre oder andere in Gefahr brächte. Wir leisten Wiedergutmachung, so gut wir dies vermögen. Wir versuchen, uns in Erinnerung zu rufen, daß wir, wenn wir Wiedergutmachung leisten, dies für uns tun. Statt uns schuldig und reumütig zu fühlen, spüren wir im Hinblick auf unsere Vergangenheit ein Gefühl der Erleichterung.

Wir akzeptieren, daß es unsere Handlungen waren, die unsere negative Einstellung verursachten. Der Neunte Schritt hilft uns mit unserer Schuld und hilft auch anderen mit ihrem Zorn. Clean zu bleiben ist manchmal die einzige Wiedergutmachung, die wir leisten können. Dies schulden wir uns selbst und denjenigen, die wir lieben. Wir schaffen nicht länger Probleme in der Gesellschaft als Ergebnis unseres Drogengebrauchs. Etwas zur Gesellschaft beizutragen ist manchmal der einzige Weg, Wiedergutmachung zu leisten. Jetzt helfen wir uns und anderen Süchtigen zu genesen. Dies ist eine enorme Wiedergutmachung an der Allgemeinheit.

Im Verlauf unserer Genesung wird unsere geistige Gesundheit wiederhergestellt, und ein Teil dieser geistigen Gesundheit ist, tatsächlich in Beziehung zu anderen Menschen zu treten. Wir sehen die Menschen nicht mehr so oft als Bedrohung unserer Sicherheit. Eine wirkliche Sicherheit ersetzt den körperlichen Schmerz und die geistige Verwirrung, die wir in der Vergangenheit erfahren haben. Wir gehen auf diejenigen, denen wir Schaden zugefügt haben, mit Demut und Geduld zu. Viele von denjenigen, die uns ernsthaft eine Besserung wünschen, werden unsere Genesung nur zögernd akzeptieren. Wir müssen uns den Schmerz, den sie erfahren haben, ins Gedächtnis rufen. Mit der Zeit geschehen viele Wunder. Viele von uns, die von ihren Familien getrennt waren, konnten erneut Verbindung zu ihnen herstellen. Schließlich wird es für sie einfacher, die Wandlung in uns zu akzeptieren. Cleanzeiten sprechen für sich selbst. Geduld ist ein wichtiger Bestandteil unserer Genesung. Die bedingungslose Liebe, welche wir erfahren, erneuert unseren Lebenswillen, und aus jeder positiven Regung unsererseits entsteht eine unverhoffte Gelegenheit. Wiedergutmachung leisten erfordert viel Mut und Vertrauen, und ein großes geistiges Wachstum entsteht daraus.

Wir erlangen Freiheit von unserer gescheiterten Vergangenheit. Wir möchten unser Haus in Ordnung halten, indem wir unsere persönliche Inventur im Zehnten Schritt fortsetzen.

Schritt Zehn

»Wir setzten die persönliche Inventur fort, und wenn wir Fehler machten, gaben wir sie sofort zu.«

Der Zehnte Schritt befreit uns von den Trümmern unserer Gegenwart. Wenn wir unsere Fehler nicht weiterhin im Auge behalten, können sie uns in eine Ecke drängen, aus der wir nicht mehr clean herauskommen.

Eines der ersten Dinge, die wir bei Narcotics Anonymous lernen, ist: nehmen wir Drogen, verlieren wir. Ebenso werden wir nicht soviel Schmerz erfahren, wenn wir die Dinge vermeiden, die uns Schmerz bereiten. Die persönliche Inventur fortsetzen heißt, uns anzugewöhnen, regelmäßig uns selbst, unsere Handlungen, Beziehungen und unser Verhalten anzuschauen.

Wir sind Gewohnheitstiere, und damit für unsere alten Denk- und Reaktionsweisen anfällig. Zuweilen scheint es einfacher, die eingefahrene Spur der Selbstzerstörung weiter zu verfolgen, als eine neue und scheinbar gefährliche Wegstrecke auszuprobieren. Wir müssen nicht in unseren alten Mustern gefangen bleiben. Heute haben wir die Wahl.

Der Zehnte Schritt kann uns dabei helfen, unsere Lebensprobleme zu lösen und ihr erneutes Auftreten verhindern. Wir betrachten, wie wir während des Tages gehandelt haben. Manche von uns schreiben über ihre Gefühle. Sie setzen sich damit auseinander, wie sie sich fühlten und welchen Anteil sie möglicherweise an aufgetretenen Problemen hatten. Haben wir irgendeiner Person Schaden zugefügt? Müssen wir zugeben, daß wir Fehler gemacht haben? Wenn wir auf Schwierigkeiten stoßen, bemühen wir uns, sie in Ordnung zu bringen. Tun wir dies nicht, so plagen sie uns weiter.

Dieser Schritt kann ein Schutz gegen den alten Wahnsinn sein. Wir können uns fragen, ob wir gerade in die alten Muster von Wut, Groll und Angst hineingezogen werden. Fühlen wir uns in die Enge getrieben? Sind wir gerade dabei, uns in Schwierigkeiten zu bringen? Sind wir zu hungrig, zornig, einsam oder müde? Nehmen wir uns zu ernst? Beurteilen wir unser Inneres nach dem Äußeren von anderen? Leiden wir an einem körperlichen Problem? Die Antworten auf diese Fragen können uns helfen, mit den jetzigen Schwierigkeiten fertig zu werden. Wir brauchen nicht länger mit dem Gefühl zu leben, ein Loch im Bauch zu haben. Viele unserer größten Sorgen und Schwierigkeiten entstehen aus unserer Unerfahrenheit mit dem drogenfreien Leben. Wenn wir ein »altes« NA-Mitglied fragen, was wir tun sollen, sind wir oft über die Einfachheit der Antwort erstaunt.

Der Zehnte Schritt kann ein Druckausgleichsventil sein. Wir arbeiten diesen Schritt, während die Hochs und Tiefs des Tages uns noch frisch in Erinnerung sind. Wir führen auf, was wir getan haben, und versuchen, unser Handeln nicht vernunftmäßig zu erklären. Das kann am Ende des Tages schriftlich gemacht werden. Das erste, was wir tun, ist innehalten! Dann nehmen wir uns die Zeit, um uns den Vorzug zu gönnen, nachzudenken. Wir untersuchen unsere Aktionen, Reaktionen und Motive. Oft stellen wir fest, daß wir besser handelten, als wir uns fühlten. Dies erlaubt uns, unser Handeln zu prüfen und Fehler einzugestehen, bevor sich die Dinge zum Schlechteren entwickeln. Wir müssen vernunftmäßige Ausreden vermeiden. Wir geben unsere Fehler sofort zu und erklären sie nicht.

Wir arbeiten stetig diesen Schritt. Dies ist eine vorbeugende Maßnahme. Je mehr wir diesen Schritt arbeiten, desto weniger benötigen wir den berichtigenden Teil dieses Schrittes. Dieser Schritt ist ein großes Hilfsmittel gegen Leid, noch bevor es von uns Besitz ergreift. Wir überwachen unsere Gefühle, Regungen, Phantasien und Taten. Indem wir uns ständig beobachten, sind wir in der Lage, die Handlungen nicht zu wiederholen, durch die es uns schlecht ging.

Wir brauchen diesen Schritt auch dann, wenn wir uns gut fühlen und die Dinge gut laufen. Gute Gefühle sind neu für uns, wir müssen sie pflegen. In schlechten Zeiten können wir ausprobieren, was in guten Zeiten funktionierte. Wir haben ein Recht darauf, uns gut zu fühlen. Wir haben die Wahl. Gute Zeiten können auch eine Falle sein; die Gefahr besteht darin, daß wir vergessen, daß unser vorrangiges Ziel ist, clean zu bleiben. Für uns ist Genesung mehr als nur Vergnügen.

Wir dürfen nicht vergessen, daß alle Fehler machen. Wir werden niemals perfekt sein. Dennoch können wir uns selbst akzeptieren, wenn wir den Zehnten Schritt anwenden. Indem wir weiterhin unsere persönliche Inventur machen, werden wir hier und jetzt von uns selbst und unserer Vergangenheit befreit. Wir rechtfertigen nicht länger unser Dasein. Dieser Schritt erlaubt uns, wir selbst zu sein.

 
Schritt Elf

»Wir suchten durch Gebet und Meditation die bewußte Verbindung zu Gott, wie wir Ihn verstanden, zu vertiefen. Wir baten Ihn nur, uns seinen Willen erkennbar werden zu lassen und uns die Kraft zu geben, ihn auszuführen.«

Die ersten zehn Schritte haben den Boden bereitet, um unseren bewußten Kontakt mit Gott, wie wir Ihn verstehen, zu verbessern. Sie geben uns die Grundlage, um unsere lang gesuchten positiven Ziele zu erreichen. Nachdem wir durch Anwenden der ersten zehn Schritte diese Phase unseres spirituellen Programmes erreicht haben, begrüßen die meisten von uns das Praktizieren von Gebet und Meditation. Unsere spirituelle Verfassung ist die Grundlage für eine erfolgreiche Genesung, die uneingeschränktes Wachstum bietet.

Viele von uns beginnen wirklich, ihre Genesung zu schätzen, wenn sie am Elften Schritt angelangt sind. Unser Leben bekommt einen tieferen Sinn. Indem wir die Kontrolle aufgeben, erhalten wir eine weitaus größere Macht.

Die Art unseres Glaubens wird das Wesen unseres Gebets und unserer Meditation bestimmen. Wir müssen nur sicher gehen, daß wir ein Glaubenssystem haben, das für uns funktioniert. In Genesung zählen Ergebnisse. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, schienen unsere Gebete für uns zu funktionieren, sobald wir in das Programm von Narcotics Anonymous kamen und vor unserer Krankheit kapitulierten. Die bewußte Verbindung, die in diesem Schritt beschrieben wird, ist das unmittelbare Ergebnis des Lebens der Schritte. Wir benutzen diesen Schritt, um unsere spirituelle Verfassung zu verbessern und zu erhalten.

Als wir am Anfang in das Programm kamen, erhielten wir Hilfe von einer Macht, größer als wir selbst. Dies wurde in Gang gesetzt, indem wir uns dem Programm ergaben. Ziel des Elften Schrittes ist, unser Bewußtsein von dieser Macht zu vergrößern und unsere Fähigkeit zu verbessern, sie als Quelle der Kraft in unserem neuen Leben zu nutzen.

Je mehr wir unsere bewußte Verbindung zu unserem Gott durch Gebet und Meditation verbessern, umso leichter fällt es uns zu sagen: »Dein Wille geschehe, nicht der meine.« Wenn wir sie brauchen, können wir um Gottes Hilfe bitten, und unser Leben wird besser. Erfahrungen von Meditation und persönlichem religiösen Glauben, über die einige Menschen reden, treffen nicht immer auf uns zu. Unser Programm ist spirituell, nicht religiös. Vor dem Erreichen des Elften Schrittes wurden Charakterfehler, die uns in der Vergangenheit Probleme bereiteten, durch das Arbeiten der vorangehenden zehn Schritte angegangen. Das Bild der Person, die wir gerne sein möchten, ist ein flüchtiger Schimmer von Gottes Willen für uns. Oft ist unsere Sicht so begrenzt, daß wir nur unsere unmittelbaren Wünsche und Bedürfnisse erkennen können.

Es ist leicht, in unsere alten Verhaltensweisen zurückzufallen. Um unser Wachs tum und unsere fortschreitende Genesung sicherzustellen, müssen wir lernen, unser Leben auf eine solide spirituelle Grundlage zu stellen. Gott wird uns Seine Güte nicht aufdrängen, aber wir werden sie erhalten, wenn wir darum bitten. Gewöhnlich fühlen wir, daß irgend etwas im Moment anders ist, doch erkennen wir die Veränderung in unserem Leben erst später. Wenn wir schließlich unsere egoistischen Motive aus dem Weg geschafft haben, beginnen wir einen Frieden zu finden, den wir niemals für vorstellbar hielten. Aufgezwungene moralische Grundsätze entbehren der Kraft, die wir erhalten, wenn wir ein spirituelles Leben wählen. Die meisten von uns beten, wenn sie Schmerzen haben. Wir lernen, daß wir nicht so oft oder so intensiv Schmerzen haben, wenn wir regelmäßig beten.

Außerhalb von Narcotics Anonymous gibt es eine Vielzahl verschiedener Gruppen, die Meditation praktizieren. Beinahe jede dieser Gruppen ist mit einer bestimmten Religion oder Philosophie verbunden. Die Empfehlung irgendeiner dieser Methoden wäre eine Verletzung unserer Traditionen und eine Beeinträchtigung des Rechts der einzelnen auf einen Gott nach ihrem eigenen Verständnis. Meditation ermöglicht es, uns spirituell auf eigene Weise zu entwickeln. Einige der Dinge, die für uns in der Vergangenheit nicht funktionierten, könnten heute funktionieren. Mit neuem Blick betrachten wir jeden Tag und treten ihm mit Offenheit entgegen. Wir wissen, wenn wir um den Willen Gottes beten, werden wir das erhalten, was für uns das Beste ist, unabhängig davon, was wir denken. Dieses Wissen beruht auf unserem Glauben und unserer Erfahrung als genesende Süchtige.

Gebet bedeutet, unsere Sorgen einer Macht, größer als wir selbst, mitzuteilen. Wenn wir beten, geschieht manchmal etwas Bemerkenswertes; wir entdecken Mittel, Wege und Kräfte, um Aufgaben zu erfüllen, die weit außerhalb unserer Fähigkeiten liegen. Wir erfassen die grenzenlose Kraft, die uns durch unser tägliches Gebet und unsere Kapitulation zur Verfügung steht, solange wir unseren Glauben bewahren und erneuern.

Für einige heißt beten, um Gottes Hilfe zu bitten; Meditation bedeutet, Gottes Antwort zu erfahren. Wir lernen, vorsichtig zu sein, für bestimmte Dinge zu beten. Wir beten, daß Gott uns Seinen Willen zu erkennen gibt, und daß Er uns hilft, ihn auszuführen. In manchen Fällen macht Er uns Seinen Willen so offenbar, daß wir ihn leicht erkennen können. In anderen Fällen ist unser Ego so auf sich selbst konzentriert, daß wir Gottes Willen erst nach einem weiteren Kampf und einer nochmaligen Kapitulation annehmen. Wenn wir Gott bitten, alle verwirrenden Einflüsse von uns zu nehmen, wird sich die Qualität unseres Gebets erhöhen, und wir fühlen den Unterschied. Gebet erfordert Praxis, und wir sollten nicht vergessen, daß geschickte Menschen nicht mit ihren Fertigkeiten geboren wurden. Sie mußten viele Mühe darauf verwenden, sie zu entwickeln. Durch das Gebet suchen wir die bewußte Verbindung zu unserem Gott. In der Meditation erreichen wir diese Verbindung, und der ElfteSchritt hilft uns dabei, sie aufrechtzuerhalten.

Es mag sein, daß wir viele Religionen und meditative Richtungen kennengelernt haben, bevor wir zu Narcotics Anonymous kamen. Einige von uns waren durch diese Praktiken zerstört und völlig verwirrt. Wir waren sicher, daß es Gottes Wille war, daß wir Drogen nahmen, um ein höheres Bewußtsein zu erlangen. Viele von uns befanden sich als Ergebnis dieser Praktiken in einem sehr seltsamen Zustand. Niemals verdächtigten wir die schädliche Auswirkung unserer Sucht als Wurzel unserer Schwierigkeiten und verfolgten bis zum Schluß jeden Weg, der Hoffnung versprach.

In stillen Augenblicken der Meditation kann Gottes Wille für uns offensichtlich werden. Die Beruhigung des Geistes durch Meditation schafft einen inneren Frieden, der uns mit dem Gott in uns in Verbindung bringt. Eine grundlegende Tatsache von Meditation ist, daß es schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist, eine bewußte Verbindung herzustellen, es sei denn, unser Geist ist ruhig. Die übliche, nicht endenwollende Aufeinanderfolge von Gedanken muß aufhören, wenn Fortschritt gemacht werden soll. Daher zielt unsere Vorübung darauf ab, den Geist zu beruhigen und auftauchende Gedanken eines »natürlichen Todes« sterben zu lassen. Sobald der Meditationsteil des Elften Schrittes für uns Wirklichkeit wird, lassen wir unsere Gedanken hinter uns.

Emotionale Ausgeglichenheit ist eines der ersten Ergebnisse der Meditation; unsere Erfahrung bekräftigt dies. Einige von uns kamen gebrochen in das Programm und saßen eine Zeitlang herum, nur um Gott oder Erlösung in dem einen oder anderen religiösen Kult zu finden. Es ist einfach, auf einer Wolke religiösen Eifers aus der Tür zu schweben und dabei zu vergessen, daß wir Süchtige mit einer unheilbaren Krankheit sind.

Es wird gesagt, wenn Meditation Wert haben soll, müssen sich Ergebnisse in unserem täglichen Leben zeigen. Diese Tatsache ist im Elften Schritt enthalten: »…uns Seinen Willen erkennbar werden zu lassen und uns die Kraft zu geben, ihn auszuführen. « Für diejenigen von uns, die nicht beten, ist Meditation der einzige Weg, um diesen Schritt zu arbeiten.

Wir beten, weil dies uns Frieden gibt und unser Vertrauen und unseren Mut wiederherstellt. Es hilft uns, ein Leben frei von Angst und Mißtrauen zu führen. Wenn wir unsere egoistischen Motive ablegen und um Führung beten, erfahren wir Frieden und Gelassenheit. Wir beginnen, ein Bewußtsein und Einfühlungsvermögen für andere Menschen zu erfahren, etwas, das vor dem Arbeiten dieses Schrittes nicht möglich war.

Während wir unsere persönliche Verbindung zu Gott suchen, beginnen wir, uns wie eine Blume in der Sonne zu öffnen. Wir fangen an zu begreifen, daß Gottes Liebe immer schon da war und nur darauf wartete, von uns angenommen zu werden. Wir machen die Fußarbeit und nehmen das an, was uns aus freien Stücken täglich gegeben wird. Wir stellen fest, daß es einfacher für uns wird, auf Gott zu vertrauen.

Wenn wir am Anfang in das Programm kommen, wollen wir gewöhnlich viele Dinge haben, die wichtige Bedürfnisse und Notwendigkeiten zu sein scheinen. Indem wir spirituell wachsen und eine Macht, größer als wir selbst, finden, erkennen wir, daß unsere Schwierigkeiten im Leben sich auf ein erträgliches Maß reduzieren, solange unsere spirituellen Bedürfnisse befriedigt werden. Wenn wir vergessen, wo unsere wahre Kraft liegt, werden wir leicht wieder den gleichen Denk- und Verhaltensmustern erliegen, die uns ursprünglich in das Programm brachten. Schließlich bestimmen wir unseren Glauben und unser Verständnis neu, bis wir den Punkt erreichen, an dem wir feststellen, daß unser größtes Verlangen darin liegt, Gottes Willen für uns zu erkennen und die Kraft zu haben, ihn auszuführen. Wir sind in der Lage, einige unserer persönlichen Vorlieben beiseite zu stellen, denn wir erkennen, daß Gottes Wille für uns aus den Dingen besteht, die wir am meisten schätzen. Gottes Wille für uns wird zu unserem eigenen wahren Willen. Dies geschieht intuitiv und kann nicht hinreichend in Worten wiedergeben werden.

Wir werden bereit, andere Menschen so zu lassen, wie sie sind, ohne daß wir über sie richten müssen. Die Dringlichkeit, alles auf die Reihe bringen zu müssen, ist nicht mehr da. Am Anfang war es uns nicht möglich zu erfassen, was Annahme bedeutet; heute können wir es.

Wir wissen, was auch immer der Tag uns bringt: Gott hat uns alles gegeben, was wir für unser geistiges Wohl brauchen. Es ist in Ordnung für uns, Machtlosigkeit zuzugeben, denn Gott ist mächtig genug, uns dabei zu helfen, clean zu bleiben und uns an unserem spirituellen Fortschritt zu erfreuen. Gott hilft uns, unser Haus in Ordnung zu bringen.

Wir fangen an, klarer zu erkennen, was wirklich ist. Durch ständigen Kontakt zu unserer Höheren Macht finden wir die Antworten, die wir suchen. Wir erlangen die Fähigkeit, das zu tun, was wir früher nicht konnten. Wir respektieren den Glauben anderer. Wir ermutigen Dich, Kraft und Führung gemäß Deinem Glauben zu suchen.

Wir sind dankbar für diesen Schritt, denn wir fangen an zu bekommen, was für uns das beste ist. Manchmal beteten wir um die Erfüllung unserer Wünsche und saßen in dem Augenblick in der Falle, in dem sie erfüllt wurden. Wir konnten beten und etwas erhalten, dann mußten wir darum bitten, daß es von uns genommen wird, da wir damit nicht umgehen konnten.

Wir können zuversichtlich den Elften Schritt als Leitfaden unseres täglichen Programms benutzen, da wir die Kraft der Gebete und die Verantwortung, die das Gebet mit sich bringt, erfahren haben.

Wir beginnen, nur um Gottes Willen für uns zu beten. Auf diese Weise erhalten wir nur das, womit wir auch umgehen können. Wir sind in der Lage, darauf zu reagieren und damit zurechtzukommen, weil Gott uns hilft, uns darauf vorzubereiten. Einige von uns benutzen einfach ihre eigenen Worte, um Gott für seine Gnade zu danken.

Mit einer Haltung der Kapitulation und Demut nähern wir uns diesem Schritt wieder und wieder, um die Gabe der Erkenntnis und der Kraft durch Gott, wie wir ihn verstehen, zu erhalten. Der Zehnte Schritt räumt die Fehler der Gegenwart aus dem Weg, so daß wir den Elften Schritt arbeiten können. Ohne diesen Schritt ist es kaum wahrscheinlich, daß wir ein spirituelles Erwachen erfahren und spirituelle Prinzipien in unserem Leben anwenden oder eine ausreichende Botschaft weitertragen können, um andere für Genesung zu interessieren. Es gibt ein spirituelles Prinzip, das weiterzugeben, was uns in Narcotics Anonymous gegeben wurde, um es uns zu erhalten. Indem wir anderen helfen, clean zu bleiben, genießen wir die Vorzüge des spirituellen Reichtums, den wir erlangt haben. Wir müssen das, was uns freizügig und dankbar gegeben wurde, ebenso freizügig und dankbar weitergeben.

 

Schritt Zwölf

»Nachdem wir als Ergebnis dieser Schritte ein spirituelles Erwachen erlebt hatten, versuchten wir, diese Botschaft an andere Süchtige weiterzugeben und unser tägliches Leben nach diesen Prinzipien auszurichten.«

Wir kamen zu Narcotics Anonymous, weil unsere Vergangenheit in Trümmern lag. Das letzte, was wir erwarteten, war ein spirituelles Erwachen. Wir wollten nur, daß der Schmerz aufhört.

Die Schritte führen zu einem Erwachen spiritueller Art. Dieses Erwachen wird sichtbar durch die Veränderungen in unserem Leben. Diese Veränderungen verbessern unsere Fähigkeit, nach spirituellen Prinzipien zu leben und unsere Botschaft von Genesung und Hoffnung an Süchtige, die noch leiden, weiterzugeben. Die Botschaft ist jedoch ohne Bedeutung, wenn wir sie nicht leben. Indem wir die Botschaft leben, geben wir ihr durch unser Leben und unsere Taten mehr Bedeutung, als Worte und Literatur dies jemals könnten.

Der Gedanke des spirituellen Erwachens nimmt in den verschiedenen Persönlichkeiten, die wir in der Gemeinschaft finden, die unterschiedlichsten Formen an. Jedoch haben alle spirituellen Erwachen etwas gemeinsames. Diese Gemeinsamkeiten beinhalten ein Ende der Einsamkeit und ein Gefühl für die Richtung unseres Lebens. Viele von uns glauben, daß ein spirituelles Erwachen bedeutungslos ist, wenn es nicht von einem wachsenden geistigen Frieden und einer Fürsorge für andere begleitet wird. Um den geistigen Frieden zu bewahren, bemühen wir uns, im Hier und Jetzt zu leben.

Diejenigen von uns, die diese Schritte, so gut sie konnten, gearbeitet haben, zogen viel Nutzen daraus. Wir glauben, daß dieser Nutzen ein unmittelbares Ergebnis davon ist, dieses Programm zu leben.

Wenn wir anfangen, die Befreiung von unserer Sucht zu genießen, laufen wir Gefahr, die Kontrolle über unser Leben wieder an uns zu nehmen. Wir vergessen die Qual und den Schmerz, die wir erfahren haben. Als wir Drogen nahmen, kontrollierte unsere Krankheit unser Leben. Sie ist bereit und wartet darauf, wieder die Macht zu übernehmen. Schnell vergessen wir, daß alle unsere vergangenen Anstrengungen, unser Leben in den Griff zu bekommen, fehlschlugen.

Inzwischen erkennen die meisten von uns, daß der einzige Weg zu bewahren, was uns gegeben wurde, darin besteht, dieses Geschenk des neuen Lebens mit den noch leidenden Süchtigen zu teilen. Dies ist die beste Absicherung gegen den Rückfall in das qualvolle Dasein des Nehmens. Wir nennen es die Botschaft weitergeben und tun dies auf vielerlei Art.

Im Zwölften Schritt praktizieren wir das spirituelle Prinzip, die NA-Botschaft der Genesung weiterzugeben, um sie zu bewahren. Sogar ein Mitglied mit einem Tag in der NA-Gemeinschaft kann die Botschaft weitergeben, daß dieses Programm funktioniert.

Wenn wir mit Neuen teilen, können wir darum bitten, als spirituelles Instrument unserer Höheren Macht benutzt zu werden. Wir erheben uns nicht zu Göttern. Wir bitten oft um die Hilfe einer oder eines anderen genesenden Süchtigen, wenn wir mit einem Neuankömmling teilen. Es ist ein Privileg, auf einen Hilferuf einzugehen. Wir, die wir in den Abgründen der Verzweiflung waren, sind froh, anderen bei ihrer Genesung helfen zu können.

Wir helfen den Neuankömmlingen, die Prinzipien von Narcotics Anonymous zu lernen. Wir versuchen, ihnen das Gefühl zu geben, willkommen zu sein und helfen ihnen zu lernen, was das Programm anzubieten hat. Wir teilen unsere Erfahrung, Kraft und Hoffnung. Wir begleiten Neuankömmlinge ins Meeting, wann immer dies möglich ist.

Der selbstlose Dienst dieser Arbeit ist das eigentliche Prinzip des Zwölften Schrittes. Wir erhielten unsere Genesung von dem Gott unseres Verständnisses. Wir machen uns zu seinem Werkzeug, um die Genesung mit jenen zu teilen, die sie suchen. Die meisten von uns lernen, daß wir unsere Botschaft nur an diejenigen weitergeben können, die um Hilfe bitten. Um Süchtige zu bewegen, Hilfe zu suchen, genügt manchmal allein die Kraft des Beispiels als Botschaft. Es kann sein, daß Süchtige leiden, jedoch nicht bereit sind, um Hilfe zu bitten. Wir können uns diesen Leuten zur Verfügung stellen, damit, wenn sie darum bitten, jemand da ist.

Lernen, anderen zu helfen, ist ein Gewinn, der uns durch das Narcotics Anonymous Programm zugute kommt. Es ist bemerkenswert, daß das Arbeiten der Zwölf Schritte uns aus Demütigung und Verzweiflung herausführt und uns zum Werkzeug unserer Höheren Macht werden läßt. Uns ist die Fähigkeit gegeben, Süchtigen zu helfen, wenn niemand anderes es vermag. Wir sehen, daß dies täglich zwischen uns geschieht. Dieser wunderbare Wandel ist der Beweis spirituellen Erwachens. Wir teilen aus unserer eigenen persönlichen Erfahrung heraus, wie es für uns war. Die Versuchung, Ratschläge zu geben, ist groß; wenn wir dies tun, verlieren wir die Achtung der Neuankömmlinge. Dies trübt unsere Botschaft. Eine einfache, ehrliche Botschaft der Genesung von der Sucht klingt glaubwürdig.

Wir gehen in die Meetings und stellen uns offen der Gemeinschaft zur Verfügung. Wir geben bereitwillig und dankbar unsere Zeit, unseren Dienst und das, was wir hier gefunden haben. Der Dienst, von dem wir in Narcotics Anonymous sprechen, ist die Hauptaufgabe unserer Gruppen. Zu dienen bedeutet, die Botschaft an Süchtige weiterzugeben, die noch leiden. Je eifriger wir dies angehen und daran arbeiten, desto reicher wird unser spirituelles Erwachen sein.

Der erste Weg, auf welchem wir die Botschaft weitergeben, spricht für sich selbst. Leute sehen uns auf der Straße und erinnern sich an uns, als wir noch unaufrichtige, angstvolle, einzelgängerische Menschen waren. Sie sehen, daß die Angst aus unseren Gesichtern schwindet und wir allmählich zum Leben zurückkehren.

Wenn wir einmal den NA-Weg gefunden haben, haben Langeweile und Selbstgefälligkeit keinen Platz mehr in unserem neuen Leben. Indem wir clean bleiben, fangen wir an, spirituelle Prinzipien wie Hoffnung, Kapitulation, Annahme, Ehrlichkeit, Offenheit, Bereitschaft, Glaube, Vertrauen, Toleranz, Geduld, Demut, bedingungslose Liebe, Teilen und Fürsorge zu praktizieren. Im Verlauf unserer fortschreitenden Genesung berühren spirituelle Prinzipien alle Bereiche unseres Lebens, da wir einfach versuchen, dieses Programm im Hier und Jetzt zu leben.

Wenn wir anfangen zu lernen, nach den Prinzipien der Genesung zu leben, finden wir Freude. Wir meinen die Freude, die wir dabei empfinden, wenn eine Person mit zwei Tagen clean zu einer Person mit einem Tag clean sagt: »Ein Süchtiger oder eine Süchtige allein ist in schlechter Gesellschaft.« Wir meinen die Freude, die wir dabei empfinden, wenn wir Süchtige sehen, die, während sie anderen Süchtigen helfen, clean zu bleiben, darum ringen, die richtigen Worte zu finden, um die Botschaft der Genesung weitergeben zu können.

Wir stellen fest, daß unser Leben sich lohnt. Spirituell erneuert sind wir glücklich, am Leben zu sein. Als wir Drogen nahmen, wurde unser Leben zu einem Überlebenstraining. Jetzt leben wir mehr, als daß wir überleben. Indem wir erkennen, daß clean zu bleiben das Wichtigste ist, können wir uns am Leben freuen. Es gefällt uns, clean zu sein, und es bereitet uns Freude, die Botschaft der Genesung an Süchtige, die noch leiden, weiterzugeben. In Meetings zu gehen funktioniert wirklich.

Das Anwenden der spirituellen Prinzipien in unserem täglichen Leben führt uns zu einem neuen Bild von uns selbst. Ehrlichkeit, Demut und Offenheit helfen uns, unsere Mitmenschen fair zu behandeln. Unsere Entscheidungen werden durch Toleranz gemäßigt. Wir lernen, uns selbst zu respektieren.

Die Lektionen, die wir in unserer Genesung lernen, sind zuweilen bitter und schmerzhaft. Indem wir anderen helfen, erhalten wir zur Belohnung Selbstachtung, weil wir in der Lage sind, diese Lektionen mit anderen Mitgliedern von Narcotics Anonymous zu teilen. Wir können andere Süchtige nicht vor Schmerzen bewahren, aber wir können die Botschaft der Hoffnung weitergeben, die uns durch andere Süchtige in Genesung gegeben wurde. Wir teilen die Prinzipien der Genesung so, wie sie in unserem Leben funktioniert haben. Gott hilft uns, während wir uns gegenseitig helfen. Das Leben erhält einen neuen Sinn, eine neue Freude und eine Qualität des Seins und Fühlens, die sich lohnt. Wir werden spirituell erneuert und sind froh, am Leben zu sein. Ein Aspekt unseres spirituellen Erwachens kommt von dem neuen Verständnis unserer Höheren Macht, das wir entwickeln, indem wir an der Genesung anderer Süchtiger teilhaben.

Ja, wir sind eine Vision von Hoffnung. Wir sind Beispiele dafür, daß das Programm funktioniert. Die Freude, die wir am cleanen Leben haben, ist eine Anziehung für Süchtige, die noch leiden.

Wir genesen, um clean und glücklich zu leben. Willkommen bei NA. Die Schritte hören hier nicht auf. Die Schritte sind ein neuer Anfang!

Self-Acceptance

The problem

The lack of self-acceptance is a problem for many recovering addicts. This subtle defect is difficult to identify and often goes unrecognized. Many of us believed that using drugs was our only problem, denying the fact that our lives had become unmanageable. Even after we stop using, this denial can continue to plague us. Many of the problems we experience in ongoing recovery stem from an inability to accept ourselves on a deep level. We may not even realize that this discomfort is the source of our problem, because it is often manifested in other ways. We may find ourselves becoming irritable or judgmental, discontent, depressed, or confused. We may find ourselves trying to change environmental factors in an attempt to satisfy the inner gnawing we feel. In situations such as these our experience has shown that it is best to look inward for the source of our discontent. Very often, we discover that we are harsh critics of ourselves, wallowing in self-loathing and self-rejection.

Before coming to NA, most of us spent our entire lives in self-rejection. We hated ourselves and tried every way we could to become someone different. We wanted to be anyone but who we were. Unable to accept ourselves, we tried to gain the acceptance of others. We wanted other people to give us the love and acceptance we could not give ourselves, but our love and friendship were always conditional. We would do anything for anyone just to gain their acceptance and approval, and then would resent those who wouldn’t respond the way we wanted them to.

Because we could not accept ourselves, we expected to be rejected by others. We would not allow anyone to get close to us for fear that if they really knew us, they would also hate us. To protect ourselves from vulnerability, we would reject others before they had a chance to reject us.

The Twelve Steps are the solution

Today, the first step toward self-acceptance is acceptance of our addiction. We must accept our disease and all the troubles that it brings us before we can accept ourselves as human beings.

The next thing we need to help us toward self-acceptance is belief in a Power greater than ourselves who can restore us to sanity. We do not need to believe in any particular person’s concept of that Higher Power, but we do need to believe in a concept that works for us. A spiritual understanding of self-acceptance is knowing that it is all right to find ourselves in pain, to have made mistakes, and to know that we are not perfect.

The most effective means of achieving self-acceptance is through applying the Twelve Steps of recovery. Now that we have come to believe in a Power greater than ourselves, we can depend upon His strength to give us the courage to honestly examine our defects and our assets. Although it is sometimes painful and may not seem to lead to self-acceptance, it is necessary to get in touch with our feelings. We wish to build a solid foundation of recovery, and therefore need to examine our actions and motivations and begin changing those things that are unacceptable.

Our defects are part of us and will only be removed when we practice living the NA program. Our assets are gifts from our Higher Power, and as we learn to utilize them fully, our self-acceptance grows and our lives improve.

Sometimes we slip into the melodrama of wishing we could be what we think we should be. We may feel overpowered by our self-pity and pride, but by renewing our faith in a Higher Power we are given the hope, courage, and strength to grow.

Self-acceptance permits balance in our recovery. We no longer have to look for the approval of others because we are satisfied with being ourselves. We are free to gratefully emphasize our assets, to humbly move away from our defects, and to become the best recovering addicts we can be. Accepting ourselves as we are means that we are all right, that we are not perfect, but we can improve.

We remember that we have the disease of addiction, and that it takes a long time to achieve self-acceptance on a deep level. No matter how bad our lives have become, we are always accepted in the Fellowship of Narcotics Anonymous.

Accepting ourselves as we are resolves the problem of expecting human perfection. When we accept ourselves, we can accept others into our lives, unconditionally, probably for the first time. Our friendships become deep and we experience the warmth and caring which results from addicts sharing recovery and a new life.

God, grant me the serenity

to accept the things I cannot change,

the courage to change the things I can,

and the wisdom to know the difference.

Sponsorship, Revised

One of the first suggestions many of us hear when we begin attending NA meetings is to get a sponsor. As newcomers, we may not understand what this means. What is a sponsor? How do we get and use one? Where do we find one? This pamphlet is intended to serve as a brief introduction to sponsorship.

Our Basic Text tells us that “the heart of NA beats when two addicts share their recovery,” and sponsorship is simply one addict helping another. The two-way street of sponsorship is a loving, spiritual, and compassionate relationship that helps both the sponsor and sponsee.

WHO is a sponsor?

Sponsorship is a personal and private relationship that can mean different things to different people. For the purposes of this pamphlet, an NA sponsor is a member of Narcotics Anonymous, living our program of recovery, who is willing to build a special, supportive, one-on-one relationship with us. Most members think of a sponsor, first and foremost, as someone who can help us work the Twelve Steps of NA, and sometimes the Twelve Traditions and Twelve Concepts. A sponsor is not necessarily a friend, but may be someone in whom we confide. We can share things with our sponsor that we might not be comfortable sharing in a meeting.

“My relationship with my sponsor has been the key to gaining trust in other people and working the steps. I shared the total mess that was my life with my sponsor, and he shared that he had been in the same place. He began to teach me how to live without the use of drugs.”

WHAT does a sponsor do?

Sponsors share their experience, strength, and hope with their sponsees. Some describe their sponsor as loving and compassionate, someone they can count on to listen and support them no matter what. Others value the objectivity and detachment a sponsor can offer, relying on their direct and honest input even when it may be difficult to accept. Still others turn to a sponsor mainly for guidance through the Twelve Steps.

“Someone once asked, ‘Why do I need a sponsor?’ The sponsor replied, ‘Well it’s pretty hard to spot self deception… by yourself.’”

Sponsorship works for the same reason that NA works—because recovering members share common bonds of addiction and recovery and, in many cases, can empathize with each other. A sponsor’s role is not that of a legal advisor, a banker, a parent, a marriage counselor, or a social worker. Nor is a sponsor a therapist offering some sort of professional advice. A sponsor is simply another addict in recovery who is willing to share his or her journey through the Twelve Steps.

As we share our concerns and questions with our sponsors, sometimes they will share their own experiences. At other times they may suggest reading or writing assignments, or try to answer our questions about the program. When we are new to NA, a sponsor can help us understand things that may confuse us about the program, from NA language, meeting formats, and the service structure, to the meaning of NA principles and the nature of spiritual awakening.

WHAT does a sponsee do?

One suggestion is to have regular contact with our sponsor. In addition to phoning our sponsor, we can arrange to meet up at meetings. Some sponsors will tell us how often they expect us to contact them, while others don’t set those kinds of requirements. If we cannot find a sponsor who lives close to us, we can look to technology or mail to keep in touch. Regardless of how we communicate with our sponsor, it is important that we be honest and that we listen with an open mind.

“I rely on my sponsor to give me general direction and a new perspective. If nothing else, she’s an important sounding board. Sometimes all it takes is saying something out loud to someone else for me to see things differently.”

We may worry that we are a burden to our sponsors and hesitate to contact them, or we may believe our sponsors will want something in return from us. But the truth is our sponsors benefit as much as we do from the relationship. In our program, we believe that we can only keep what we have by giving it away; by using our sponsors, we are actually helping them to stay clean and recover.

HOW do we get a sponsor?

To get a sponsor, all we need to do is ask. While this is simple, it may not be easy. Many of us are afraid to ask someone to be our sponsor. In active addiction, we may have learned not to trust anyone, and the idea of asking someone to listen to us and help us may feel alien and frightening. Nonetheless, most of our members describe sponsorship as a crucial part of their recovery. Sometimes we finally gather our courage, only to have someone say no. If that happens, we need to be persistent, have faith, and try not to take his or her decision personally. The reasons people may decline probably have nothing to do with us: they may have busy lives or many sponsees, or they may be going through difficult times. We need to reaffirm our faith and ask someone else.

“When I picked my sponsor, I looked at it like an interview. Are we a match? What are your expectations and what are mine? I looked for someone open-minded who I felt comfortable talking to.”

The best place to look for a sponsor is at an NA meeting. Other places to seek a sponsor are NA events, such as service meetings and conventions. In seeking a sponsor, most members look for someone they feel they can learn to trust, someone who seems compassionate and who is active in the program. Most members, particularly those who are new to NA, consider it important to find a sponsor with more clean time than they have.

A good rule of thumb is to look for someone with similar experiences who can relate to our struggles and accomplishments. For most, finding a sponsor of the same sex makes this empathy easier and helps us feel safe in the relationship. Some feel gender need not be a deciding factor. We are free to choose our own sponsor. It is, however, strongly suggested that we avoid getting into a sponsorship relationship that may lead to sexual attraction. Such attraction can distract us from the nature of sponsorship and interfere with our ability to share honestly with each other.

“When I got clean, I was insecure, lonely, and willing to do anything for some comfort and company. My natural tendency was to satisfy those desires and not have to focus on what was necessary to build a foundation for my recovery. Thank God for the integrity of those members who supported me and didn’t take advantage of me in the early days of my recovery.”

Sometimes members wonder whether it would be okay to have more than one sponsor. While some addicts do choose this route, most caution against it, explaining that having more than one sponsor might tempt them to be manipulative in order to get the answers or guidance they are looking for.

WHEN should we get a sponsor?

Most members consider it important to get a sponsor as soon as possible, while others explain that it is just as crucial to take a little time to look around and make an informed decision. Going to a lot of meetings helps us to determine who we are comfortable with and who we can learn to trust. While we are looking for a sponsor, if someone offers, we do not have to say yes. One thing to remember is that, if we get a sponsor to help us in our early recovery, we are free to change sponsors later if that person isn’t meeting our needs.

“I compared the timing of when to get a sponsor to drowning. I needed that life-saver/sponsor immediately!”

When we are new to the program, we need to reach out to other addicts for help and support. It is never too early to get and use phone numbers and begin sharing with other recovering addicts. Our program works because of the help we can offer each other. We no longer need to live in isolation, and we begin to feel part of something larger than ourselves. Sponsorship helps us to see that, in coming to NA, we have finally come home.

You may have questions about sponsorship that this IP did not answer for you. While there may not be “right” or “wrong” answers to your questions—the experience of our fellowship varies from community to community and member to member—we do have a book on sponsorship that addresses many issues related to sponsorship in greater depth.

One Addict's Experience with Acceptance, Faith, and Commitment

When I came on the NA program, I had identified my problem—I had the desire to stop using, but couldn’t see how. Due to the nature of addiction my whole personality was geared toward getting, using, and finding ways and means to get more. All of my personality traits reinforced this obsession with self. Totally self-centered, I tried to manage my life by manipulating people and circumstances to my advantage. I had lost all control. Obsession forced me to use drugs repeatedly, against my will, knowing that it was self-destructive, and against my basic instinct for survival. Insane, and feeling hopelessly helpless, I gave up fighting, and accepted that I was an addict—that my life was totally unmanageable, and that I was powerless over the disease. My willpower could not change my diseased body that craved drugs compulsively. My self-control could not change my diseased mind, obsessed with the idea of using mood changers to escape reality. Nor could my highest ideals change my diseased spirit—cunning, insidious, and totally self-centered. As soon as I was able to accept the reality of my powerlessness, I no longer needed to use drugs. This acceptance of my condition—my powerlessness over addiction and the unmanageability of my life was the key to my recovery.

With the help of the recovering addicts at NA meetings, I abstained—a minute, an hour, a day at a time. I still wanted to get high. Life felt intolerable without drugs. Giving up left me feeling even more hopeless than before, and, to cope, my mind told me to use drugs again. Acceptance of my powerlessness and the unmanageability of my life left me needing a power stronger than my disease to change my self-destructive nature. The people I met at meetings told me they had found a power greater than their addiction in the NA program. These people had been clean for months or years and didn’t even want to use any more. They told me that I could lose the desire to use drugs by living the NA program. I had no choice but to believe them. I had tried doctors, psychiatrists, hospitals, mental institutions, job changes, marriages, divorces; all had failed. It seemed hopeless, but in NA I saw hope. I met addicts recovering from their disease. I came to believe I could learn how to live without drugs. In NA, I found the faith I needed to begin to change.

At that point, I had stopped using drugs and reluctantly believed that I could continue to abstain. I still thought and felt like an addict, I just didn’t use drugs. My personality and character were the same as they had always been. Everything about me reinforced my self-destructiveness. I needed to change or I would start to use again. I had accepted my condition and believed that I could recover. In order to do so, I had to make a total commitment to the spiritual principles of the NA program.

With the help of my sponsor, I decided to turn my life and my will over to God, as I understood God. For me, this was a turning point. This decision demanded continued acceptance, ever-increasing faith, and a daily commitment to recovery. The decision to turn my life and will over to God required that I find out about myself and actively try to change my ways of coping with reality. This commitment brought honesty into my life. This is how the NA program works for me: I accept my disease, develop a faith that the program can change me, and make a commitment to the spiritual principles of recovery.

Action is now required. If I don’t change, I will be miserable and return to using drugs. The actions suggested by the NA program can change my personality and character. I honestly examine myself, writing down what I have done and how I have felt. I reveal myself completely to my God and to another human being, telling all of my most secret fears, angers, and resentments. By doing these things, the past no longer has control over my life, and I am freed to live up to my ideals today. I begin to behave differently and become ready to be changed by my God into the sort of person He wants me to be.

I have begun to develop a reasonable self-image, based in reality, by asking to be relieved of my shortcomings.

By amending the wrongs I have done to other people, I have learned how to forgive myself and others.

I review my behavior regularly and correct my mistakes as soon as possible. I am continually developing and expanding trust and faith in spiritual principles. I give to others, sharing myself, and our program, and try to live the principles that I learned. These Twelve Steps have allowed me to stop using, have taken away the desire to use, and have given me a new way of life.

Just For Today

Tell yourself:

Just for today, my thoughts will be on my recovery, living and enjoying life without the use of drugs.

Just for today, I will have faith in someone in NA who believes in me and wants to help me in my recovery.

Just for today, I will have a program. I will try to follow it to the best of my ability.

Just for today, through NA, I will try to get a better perspective on my life.

Just for today, I will be unafraid. My thoughts will be on my new associations, people who are not using and who have found a new way of life. So long as I follow that way, I have nothing to fear.

When we came into the program of Narcotics Anonymous, we made a decision to turn our lives over to the care of a Higher Power. This surrender relieves the burden of the past and fear of the future. The gift of today is now in proper perspective. We accept and enjoy life as it is right now. When we refuse to accept the reality of today, we are denying our faith in our Higher Power. This can only bring more suffering.

We learn that today is a gift with no guarantees. With this in mind, the insignificance of the past and future, and the importance of our actions today, become real for us. This simplifies our lives.

When we focus our thoughts on today, the nightmare of drugs fades away overshadowed by the dawn of a new reality. We find that, when we are troubled, we can trust our feelings to another recovering addict. In sharing our past with other addicts we discover we are not unique, that we share common bonds. Talking to other NA members, whether to share the trials and tribulations of our day with them, or allowing them to share theirs with us, is a way our Higher Power works through us.

We have no need to fear if today we stay clean, close to our Higher Power and our NA friends. God has forgiven us for our past mistakes, and tomorrow is not yet here. Meditation and a personal inventory will help us to gain serenity and guidance throughout this day. We take a few moments out of our daily routine to thank God, as we understand God, for giving us the ability to cope with today.

“Just for today” applies to all areas of our lives, not just abstinence from drugs. Reality has to be dealt with on a daily basis. Many of us feel that God expects no more of us than to do the things that we are able to do today.

Working the program, the Twelve Steps of NA, has given us a new outlook on our lives. Today, we no longer need to make excuses for who we are. Our daily contact with a Higher Power fills the empty places inside that could never be filled before. We find fulfillment in living today. With our Higher Power guiding us, we lose the desire to use. Perfection is no longer a goal today; we can achieve adequacy.

It is important to remember that any addict who can stay clean for one day is a miracle. Going to meetings, working the steps, daily meditation, and talking with people in the program are things we do to stay spiritually healthy. Responsible living is possible.

We can replace loneliness and fear with the love of the fellowship and the security of a new way of life. We never have to be alone again. In the fellowship, we have made more true friends than we ever believed possible. Self-pity and resentments are replaced by tolerance and faith. We are given the freedom, serenity, and happiness we so desperately sought.

A lot happens in one day, both negative and positive. If we do not take time to appreciate both, perhaps we will miss something that will help us grow. Our principles for living will guide us in recovery when we use them. We find it necessary to continue to do so on a daily basis.

Staying Clean on the Outside

Many of us first heard the Narcotics Anonymous message of recovery while in a hospital or institution of some kind. Transition from such places to the outside world is not easy under any circumstances. This is especially true when we are challenged with the changes which recovery brings. For many of us, early recovery was difficult. Facing the prospect of life without drugs can be very frightening. But those of us who made it through the early days found a life worth living. This pamphlet is offered as a message of hope to those now in a hospital or institution that you, too, can recover and live freely. Many of us have been where you are today. We have tried other ways, and many of us relapsed, some never to have another chance at recovery. We have written this pamphlet to share with you what we have found that works.

If you are able to go to meetings while you are in a hospital or institution, you can start developing good habits now. Come early and stay late at the meetings. Start, as soon as possible, to establish contacts with recovering addicts. If there are NA members from other groups attending your meetings, ask for their phone numbers and use them. Using these phone numbers will feel strange at first, even silly. But, given that isolation is at the core of the disease of addiction, that first phone call is a big stride forward. It isn’t necessary to wait for a major problem to develop before calling someone in NA. Most members are more than willing to help in any way they can. This is also a good time to arrange for an NA member to meet you upon your release. If you already know some of the people you will be seeing at meetings when you are released, it will help you feel a part of the NA Fellowship. We cannot afford to be or feel alienated.

Staying clean on the outside means taking action. When you get out, go to a meeting the first day of your release. It is important to establish the habit of regular attendance. The confusion and excitement of “just getting out” has lulled some of us into thinking of taking a vacation from our responsibilities before settling down to the business of day-to-day living. This kind of rationalization has led many of us back to using. Addiction is a disease which takes no time off in its progression. If it is not arrested, it only becomes worse. What we do for our recovery today does not ensure our recovery tomorrow. It is a mistake to assume that the good intention of getting around to NA after a while will be sufficient. We must back up our intentions with action, the earlier the better.

If you will be living in a different town after your release, ask the NA members for a meeting list and the NA helpline number for your new area. They will be able to help you get in touch with NA groups and members where you will be living. You can also get information about meetings all over the world by writing to:

World Service Office

PO Box 9999

Van Nuys, CA 91409 

USA

Sponsorship is a vital part of the NA program of recovery. It is one of the main channels through which newcomers can take advantage of the experience of NA members who are living the program. Sponsors can combine genuine concern for our well-being and a shared experience of addiction with solid knowledge of recovery in NA. We have found it works best to find a sponsor of your own sex. Choose a sponsor, even a temporary sponsor, as soon as possible. A sponsor helps you work through the Twelve Steps and Twelve Traditions of Narcotics Anonymous. A sponsor can also introduce you to other NA members, take you to meetings, and help you to get more comfortable in recovery. Our pamphlet, Sponsorship, contains additional information on the subject.

If we are to receive the benefits of the NA program, we must work the Twelve Steps. Along with regular meeting attendance, the steps are basic to our program of recovery from addiction. We have found that working the steps in order and continuously reworking them keeps us from relapsing into active addiction and the misery that it brings. There is a variety of NA recovery literature available. The Little White Booklet and our Basic Text, Narcotics Anonymous, contain principles of recovery in our fellowship. Familiarize yourself with the program through our literature. Reading about recovery is a very important part of our program, especially when a meeting or another NA member might not be available. Many of us have found that reading NA literature on a daily basis has helped us maintain a positive attitude and has kept our focus on recovery.

When you begin going to meetings, get involved with the groups you attend. Emptying ashtrays, helping set up, making coffee, cleaning up after the meeting—all these tasks need to be done for the group to function. Let people know you are willing to help, and become a part of your group. Taking on such responsibilities is a necessary part of recovery and helps to counteract the feelings of alienation that can creep up on us. Such commitments, however small they may appear, may help ensure attendance at meetings when the desire to attend lags behind the need to attend.

It is never too early to establish a personal program of daily action. Taking daily action is our way of taking responsibility for our recovery. Instead of picking up that first drug, we do the following:

  • Don’t use, no matter what
  • Go to an NA meeting
  • Ask your Higher Power to keep you clean today
  • Call your sponsor
  • Read NA literature
  • Talk to other recovering addicts
  • Work the Twelve Steps of Narcotics Anonymous

We’ve discussed some of the things to do to stay clean; we should also discuss some things to avoid. In NA meetings, we often hear that we must change our old way of living. This means that we don’t use drugs, no matter what! We have also found that we cannot afford to frequent bars and clubs or associate with people who use drugs. When we allow ourselves to hang around old acquaintances and places, we are setting ourselves up for relapse. When it comes to the disease of addiction, we are powerless. These people and these places never helped us stay clean before. It would be foolish to think things will be different now.

For an addict, there is no substitute for the fellowship of others actively engaged in recovery. It is important to give ourselves a break and give our recovery a chance. There are many new friends waiting for us in Narcotics Anonymous, and a new world of experiences lies ahead.

Some of us had to adjust our expectations of a completely different world once we were released. Narcotics Anonymous cannot miraculously change the world around us. It does offer us hope, freedom, and a way to live differently in the world by changing ourselves. We may find some situations which are no different than before, but, through the program of Narcotics Anonymous, we can change the way we respond to them. Changing ourselves does change our lives.

We want you to know that you are welcome in Narcotics Anonymous. NA has helped hundreds of thousands of addicts to live clean, to accept life on its own terms, and to develop a life that is truly worth living.

Recovery and Relapse

Many people think that recovery is simply a matter of not using drugs. They consider a relapse a sign of complete failure, and long periods of abstinence a sign of complete success. We in the recovery program of Narcotics Anonymous have found that this perception is too simplistic. After a member has had some involvement in our fellowship, a relapse may be the jarring experience that brings about a more rigorous application of the program. By the same token, we have observed some members who remain abstinent for long periods of time whose dishonesty and self-deceit still prevent them from enjoying complete recovery and acceptance within society. Complete and continuous abstinence, however, in close association and identification with others in NA groups, is still the best ground for growth.

Although all addicts are basically the same in kind, we do, as individuals, differ in degree of sickness and rate of recovery. There may be times when a relapse lays the groundwork for complete freedom. At other times that freedom can only be achieved by a grim and obstinate willfulness to hang on to abstinence, come hell or high water, until a crisis passes. An addict who by any means can lose, even for a time, the need or desire to use, and has free choice over impulsive thinking and compulsive action, has reached a turning point that may be the decisive factor in his recovery. The feeling of true independence and freedom hangs here, at times, in the balance. To step out alone and run our own lives again draws us, yet we seem to know that what we have has come from dependence on a Power greater than ourselves and from the giving and receiving of help from others in acts of empathy. Many times in our recovery the old bugaboos will haunt us. Life may again become meaningless, monotonous, and boring. We may tire mentally in repeating our new ideas and tire physically in our new activities, yet we know that if we fail to repeat them we will surely take up our old practices. We suspect that if we do not use what we have, we will lose what we have. These times are often the periods of our greatest growth. Our minds and bodies seem tired of it all, yet the dynamic forces of change or true conversion, deep within, may be working to give us the answers that alter our inner motivations and change our lives.

Recovery as experienced through our Twelve Steps is our goal, not mere physical abstinence. To improve ourselves takes effort, and since there is no way in the world to graft a new idea on a closed mind, an opening must be made somehow. Since we can do this only for ourselves, we need to recognize two of our seemingly inherent enemies, apathy and procrastination. Our resistance to change seems built in, and only a nuclear blast of some kind will bring about any alteration or initiate another course of action. A relapse, if we survive it, may provide the charge for the demolition process. A relapse and sometimes subsequent death of someone close to us can do the job of awakening us to the necessity for vigorous personal action.

Personal stories

Narcotics Anonymous has grown a great deal since 1953. The people who started this fellowship, for whom we have a deep and lasting affection, have taught us much about addiction and recovery. In the following pages, we offer you our beginnings. The first section was written in 1965 by one of our earliest members. More recent stories of NA members’ recovery can be found in our Basic Text, Narcotics Anonymous.

We do recover

Although “Politics make strange bedfellows,” as the old saying goes, addiction makes us one of a kind. Our personal stories may vary in individual pattern but, in the end, we all have the same thing in common. This common illness or disorder is addiction. We know well the two things that make up true addiction: obsession and compulsion. Obsession—that fixed idea that takes us back, time and time again, to our particular drug, or some substitute, to recapture the ease and comfort we once knew.

Compulsion—once having started the process with one fix, one pill, or one drink we cannot stop through our own power of will. Because of our physical sensitivity to drugs, we are completely in the grip of a destructive power greater than ourselves.

When, at the end of the road, we find that we can no longer function as human beings, either with or without drugs, we all face the same dilemma. What is there left to do? There seems to be this alternative: either go on as best we can to the bitter ends—jails, institutions, or death—or find a new way to live. In years gone by, very few addicts ever had this last choice. Those who are addicted today are more fortunate. For the first time in man’s entire history, a simple way has been proving itself in the lives of many addicts. It is available to us all. This is a simple spiritual, not religious, program known as Narcotics Anonymous.

When my addiction brought me to the point of complete powerlessness, uselessness, and surrender some fifteen years ago,2 there was no NA. I found AA, and in that fellowship met addicts who had also found that program to be the answer to their problem. However, we knew that many were still going down the road of disillusion, degradation, and death because they were unable to identify with the alcoholic in AA. Their identification was at the level of apparent symptoms and not at the deeper level of emotions or feelings, where empathy becomes a healing therapy for all addicted people. With several other addicts and some members of AA who had great faith in us and the program, we formed, in July of 1953, what we now know as Narcotics Anonymous. We felt that, now, the addict would find, from the start, as much identification as each needed to convince himself that he could stay clean by the example of others who had recovered for many years.

That this was what was principally needed has proved itself in these passing years. That wordless language of recognition, belief, and faith which we call empathy created the atmosphere in which we could feel time, touch reality, and recognize spiritual values long lost to many of us. In our program of recovery, we are growing in numbers and strength. Never before have so many clean addicts, of their own choice and in free society, been able to meet where they please, to maintain their recovery in complete creative freedom.

Even addicts said it could not be done the way we had it planned. We believed in openly scheduled meetings—no more hiding as other groups had tried. We believed this differed from all other methods tried before by those who advocated long withdrawal from society. We felt that the sooner the addict could face his problem in everyday living, just that much faster would he become a real, productive citizen. We eventually have to stand on our own feet and face life on its own terms, so why not from the start?

Because of this, of course, many relapsed, and many were lost completely. However, many stayed, and some came back after their setback. The brighter part is the fact that, of those who are now our members, many have long terms of complete abstinence and are better able to help the newcomer. Their attitude, based on the spiritual values of our steps and traditions, is the dynamic force that is bringing increase and unity to our program. Now, we know that the time has come when that tired old lie, “Once an addict, always an addict,” will no longer be tolerated by either society or the addict himself. We do recover.

Telephone Numbers

The Twelve Traditions of Narcotics Anonymous

  1. Our common welfare should come first; personal recovery depends on NA unity.
  2. For our group purpose there is but one ultimate authority—a loving God as He may express Himself in our group conscience. Our leaders are but trusted servants, they do not govern.
  3. The only requirement for membership is a desire to stop using. 
  4. Each group should be autonomous except in matters affecting other groups or NA as a whole.
  5. Each group has but one primary purpose—to carry the message to the addict who still suffers.
  6. An NA group ought never endorse, finance, or lend the NA name to any related facility or outside enterprise, lest problems of money, property, or prestige divert us from our primary purpose.
  7. Every NA group ought to be fully self-supporting, declining outside contributions.
  8. Narcotics Anonymous should remain forever nonprofessional, but our service centers may employ special workers.
  9. NA, as such, ought never be organized, but we may create service boards or committees directly responsible to those they serve.
  10. Narcotics Anonymous has no opinion on outside issues; hence the NA name ought never be drawn into public controversy.
  11. Our public relations policy is based on attraction rather than promotion; we need always maintain personal anonymity at the level of press, radio, and films.
  12. Anonymity is the spiritual foundation of all our traditions, ever reminding us to place principles before personalities.
1 Basic Text, Narcotics Anonymous 2 Written in 1965.

Narcotics Anonymous World Services (“NAWS”) provides literature, service materials, bulletins and various other tools for NA members, NA groups, and NA service committees as resources in their NA service delivery efforts. Our production and distribution of these materials is not intended to imply that NAWS is in a position of authority over any of those who use these materials. NAWS does not have any centralized control over any NA members, NA groups, or other NA service committees.

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